DIE Herausforderung – Was fürs Kind…

Es fing an mit der großen Frage, was man denn sinnvolles einem zweijährigen Kind schenken könne. Nicht irgendeinem Kind, sondern dem Kind zweier meiner besten Freunde. Ich hatte längst beschlossen, den kleinen Mann mit selbst geschriebenen und illustrierten Geschichten zu versorgen durch die Jahre seiner Kindheit, aber das wollte ich erst starten, wenn er drei Jahre alt ist. Also fasste ich den Entschluss, bereits jetzt die Charaktere zu entwerfen und diese sich ihm in Form eines Würfelpuzzles vorstellen zu lassen.

Sechs Seiten hat ein Würfel, sechs Bilder kann ich also unterbringen. Ich entschied mich für fünf Charaktere und ein “Gruppenfoto”. Das ausdenken der Charaktere war eine riesen Herausforderung für mich. Sie mussten sozusagen Kleinkind kompatibel und leicht zu erfassen sein, trotzdem genug Potenzial haben, um mit dem Kind später “mit zu wachsen”. Außerdem wollte ich sie so unterschiedlich wie möglich gestalten, sozusagen ein unausgesprochenes Statement für Toleranz und Akzeptanz. Und das kam dabei heraus:

WP_Moeller

Und hier die einzelnen Charaktere:

alfredsmallAlfred ist die zentrale Person in der Gruppe. Er ist derjenige, der alle zusammen hält, die allgemeine Richtung vorgibt. Ein lustiger und schlauer Bursche mit vielen verrückten Ideen, die nur all zu oft mit seinen Vorhaben alle zusammen in Schwierigkeiten bringen kann. Allerdings ist er auch gut darin, sich und seine Gefährten mit deren Hilfe wieder aus dem Schlamassel heraus zu bekommen. Alles in allem ist er die treibende Kraft der Gruppe.

 

 

kastaniettismallKastanietti ist sozusagen der intelligente Nerd der Gruppe. Der Erfinder, Bastler, Tüftler, und vor allem Denker. Es ist nicht sein Ding an ziel- und/oder sinnlosen Unterhaltungen teil zu nehmen. Wenn es aber darum geht zu erklären, wie und warum etwas funktioniert, kann er sich richtig in Rage reden. Sonst ist er eher der jenige mit den trockenen Einwürfen am Rande. Oft einfach nur genervt vom bunten und lauten Treiben der anderen um sich herum, wodurch er manchmal sehr mufflig wirkt. Diese Muffligkeit kann allerdings in überschwängliche Freude und Aufregung umschlagen, sobald zum Beispiel ein Problem gelöst ist oder etwas neues gebaut, was endlich funtioniert, wie es soll.

cloudiasmallCloudia ist so ein richtig typisches Mädchen. Ihre Stimmung ist wechselhaft wie das deutsche Wetter und sie ist sehr nahe am Wasser gebaut. Im ersten Moment lacht sich sich noch halb kaputt, im nächsten heult sie ganze Sturzbäche. Vernarrt in Klimmbimm und Dekoration liebt sie es geradezu alles und jeden zu “verschönern”. Vor allem Sneaky, die nicht gerade von Cloudias Versuchen begeistert ist sie selbst etwas mehr “mädchenhaft” erscheinen zu lassen. Cloudia liebt es auch in eine sanften Briese zu hängen und zu entspannen, auch wenn sie dabei einfach nicht aufhören kann, zu quasseln. Meist über Dinge, die keinen interessieren.

 

sneakysmallSneaky ist eigentlich eine Rennschnecke. Und zwar eine super schnelle welche. Und hyperaktiv. Sie ist sehr gewitzt und schafft es immer wieder, alle zum Lachen zu bringen. In den unerwartetsten Momenten kommen Witze von ihr. Manchmal scheint es, sie nähme einfach nichts wirklich ernst genug. Eins ihrer liebsten Beschäftigungen ist es, Cloudia zu ärgern. Generell stichelt sie liebend gerne gegen andere, trietzt alle um sie herum nur zu gerne. Manchmal schießt sie dabei übers Ziel hinaus.  Wenn es aber wirklich hart auf hart kommt, kann sie geradezu zur Kampfschnecke werden und für ihre Freunde einstehen. …Und sie ist Meister darin, ein ach so süßes Gesicht zu machen, sodass ihr niemand lange böse sein kann, wenn sie mal wieder übers Ziel hinaus geschossen ist.

flubbersmallFlubber ist ein sehr gutmütiges Kerlchen. Er ist ein bischen langsam in allem, vor allem im Kopf, aber ein herzensguter welcher. Und vor allem geduldig wie ein Stein. Er ist für gewöhnlich derjenige, der Cloudia wieder beruhigt, wenn sie eine ihrer häufigen Heulattacken hat. Abgesehen davon ist er eher recht passiv, einfach nur zufrieden mit dabei zu sein. Was die anderen machen, warum und wieso, ist ihm recht gleichgültig. Flubber reicht es schlicht mit von der Partie zu sein. Wenn er mal was sagt, ist es meisten eine verspätete Antwort auf eine Frage, die häufig bereits wieder vergessen wurde. Das macht aber alles nichts. Diesen gutmütigen Kerl haben alle zum knuddeln gerne, Flubber hat einfach diese Wirkung auf andere. Er ist sozusagen der Ruhepol der Gruppe.

So, damit hätten wir alle komplett. Jetzt muss ich mir nur noch jedes Jahr ein verrücktes Abenteuer ausdenken, was die fünf zusammen erleben. Ich freu mich schon drauf 🙂 Ist auf jeden Fall mal etwas anderes. Naja, und das schwierigste von allem habe ich ja jetzt geschafft. Die fünf Freunde haben Existenz angenommen 😉

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Energie sparen? – Government hilft!

Wie Ihr Euch alle sicherlich vorstellen könnt, ist der durchschnittliche Verbrauch von Strom und Wasser im wunderschönen Wüstenland sehr hoch. Da die Leute hier im Laufe der letzten 30 Jahre sozusagen Hals über Kopf in den Wohlstand gestolpert sind, fehlt ihnen das uns Deutschen ins Mark eingegangene Gefühl für das Sparen. Klimaanlagen, die die Häuser konsequent auf Kühlschrank Niveau bringen, sowie der Luxus des ewig aus der Leitung sprudelnden Wassers, mit dem auch große Gartenanlagen zweimal täglich gewässert werden.

Mittlerweile merken hier mehr und mehr Leute, wie schnell sich die Energiekosten hier vervielfachen. Außerdem gibt es mehr und mehr Kampagnen für Umweltbewusstsein und Resourcen sparen. Jeder kann seinen eigenen “grünen” Beitrag leisten. Im Radio laufen gerade Spots, in denen sich Kinder gegenseiteig vorschwärmen, wie und warum ihre Eltern jeweils so “cool” sind. Sie enden für gewöhnlich mit Aussagen wie: “Meine Mutter schaltet die Waschmaschine erst an, wenn die Trommel voll ist” und “Mein Vater dreht während dem Zähneputzen den Wasserhahn zu”.

Wie aber kann man das Bewusstsein der Leute am besten schärfen, wenn es um den alltäglichen Energieverbrauch geht? Am ehesten erreicht man die Leute, wenn es ums Geld geht. Die meisten hier rechnen nicht gerne oder gut (unabhängig von der Herkunft), auch bekommt man hier keine monatlichen Rechnungen von den hiesigen “Stadtwerken”. Die Kosten laufen auf und man zahlt einfach, wann es einem passt. Sollte der Zeitraum zu lang werden, bekommt man eine Erinnerung. Daher haben die Leute für gewöhnlich keine Vergleichswerte. Zumindest was den Stromverbrauch betrifft, gibt es da jetzt eine elegante Lösung. In Form eines Geschenkes vom Government.

Gestern mittag klingelte es und ein netter Herr von unserem Energieversorger stand vor der Tür. Er brachte ein Gerät vorbei, das den Stromverbrauch genauestens überwachen kann. Diese Geräte werden vom Government finanziert, den Mietern entstehen dabei keine weiteren Kosten. powermonitoringAußerdem sind die Geräte wohnungs- bzw. hausgebunden. Wenn ich jetzt also dieses knuffige kleine Gerät in unserem Erdgeschoß and eine Steckdose hänge, gleicht es sich sofort mit dem Stromzähler und unserem Konto bei den “Stadtwerken” ab. Es zeigt mir genau den momentanen Verbrauch an sowie sämtliche Verbrauchsstatistiken über den Tag, die Woche, den letzten Monat. Das grüne Licht bedeutet, wir sind im optimalen sparsamen Bereich unter 4 Kilowatt Stunden. Orange geht bis 8 Kilowatt Stunden, Rot ist dann alles oberhalb von 8 Kilowatt. Außerdem kann mir das Gerät neben dem Verbrauch auch noch ganz genau anzeigen, wieviel uns das kostet. Die Energiekosten sind hier weit niedriger als in Deutschland, interessant ist das Ganze aber trotzdem. Jetzt können wir zum Beispiel genau herausfinden, wieviel zusätzliche Energie die Klimaanlage im Sommer verbraucht.

Da gerade die Mittelstandsfamilien mit Kindern mehr und mehr mit dem Geld rechnen müssen (steigende Mieten, steigende Schulgebühren etc.), kann ich mir gut vorstellen, dass dieses Gerät für viele äußerst hilfreich sein wird. Gerade auch wenn es darum geht, ein besseres Bewusstsein für den eigenen Energieverbrauch zu entwickeln. Die Aktion vom Government, die Geräte kostenfrei an die Haushalte zu verteilen, finde ich absolut stark. Theoretisch könnte das Gerät sogar den Wasserverbrauch mit überwachen, aber das ist bisher noch nicht von der Versorgerseite vorbereitet.

Frisch angeklemmt konnte mir das Gerät bereits die detaillierte Statistik des letzten Monats anzeigen. Ich konnte ziemlich genau ablesen, wann ich zum Beispiel Hausputztag hatte (dank eines Monsters namens Nassstaubsauger), auch war gut abzulesen, dass wir uns am Wochenende mehr Zeit für längere Kochaktionen nehmen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Gerät vielen Familien hier hilft, stückchenweise ihren eigenen Verbrauch zu reduzieren, weil man ja immer die Vergleichswerte hat und sich das Ganze auch in direkten Kosten anzeigen lassen kann. Man sieht sozusagen sofort, wieviel Geld man einspart, wenn man die Klimaanlage nicht dazu benutzt, einem Kühlhaus Konkurrenz zu machen 😉

Gelungene Aktion! Was meint Ihr dazu?

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Ausstellung im Königreich – wie es dazu kam

Die Facebook Nutzer unter Euch werden sicher schon mitbekommen haben, dass ich das Glück habe, drei meiner Werke in der Herbstausstellung von Arts Central beisteuern zu können. Arts Central ist die Hauptschnittstelle von Arts Gateway MK, einem Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Künstler aus Milton Keynes und dem britischem Raum zu vernetzen, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und gemeinsame Projekte zu fördern. Wie kommt es also, dass gerade ich – eine Deutsche, die in Abu Dhabi lebt – dort in einer Ausstellung mit vertreten bin? Hier eine verrückte Geschichte, bei der nicht nur das Thema der Ausstellung (coNEcTWORK) etwas mit Netzwerken zu tun hat…

Ich habe Anfang Januar hier in einem Beitrag beschrieben, wie über das soziale Netzwerk Facebook die Betreiber eines sozialen Netzwerkes für Künstler – artradio.tv – auf mich aufmerksam wurden und mich einluden, ein Teil ihrer virtuellen Gemeinschaft zu werden. Ich bin im Juni/Juli innerhalb von vier Wochen zweimal mit dem “Best Art Of The Day” Award von artradio.tv ausgezeichnet worden. Kurz nach dem zweiten Award bekam ich von einem der Netzwerkbetreiber eine Email mit einem Aufruf von Arts Central an deren eigene Künstlergemeinschaft, bei Interesse am Thema “coNEcTWORK“, einer geplanten Gemeinschaftsausstellung, ihre Werke zu präsentieren. Das grobe Rahmenthema bezieht sich auf Vernetzung und Beziehungen im allgemeinen und im besonderen in Bezug auf die Möglichkeiten unserer modernen Zeit. Das wäre doch etwas für mich, meinte der Netzwerkbetreiber. Er bezog sich auf die zwei mit den Awards ausgezeichneten Bilder.

Ich sah mir also den Aufruf von Arts Central genauer an. Bei bestehendem Interesse sollte man das Anmeldeformular per Email anfordern, die Beschreibung von bis zu fünf Werken maximal hinzufügen sowie ein Statement darüber. Fotos der Werke mit anhängen, dass die Kuratorin entscheiden kann, ob die Werke genommen werden. Das Ganze sollte dann bis zu einem bestimmten Tag abgeschickt sein, an einem anderen Tag sollte man dann seine Werke direkt dort vorbei bringen und den Teilnehmerbeitrag von 5 britischen Pfund bezahlen. Von Abu Dhabi aus würde das nur schwer funktionieren. Ich war bereits kurz davor, das Ganze ad acta zu legen.

Aus irgendeinem Grund aber entschied ich mich, doch eine Email zu schicken. Ich erklärte darin, wer ich bin, was ich mache, wie ich überhaupt an diesen Aufruf gekommen bin. Ich fragte, ob es überhaupt Sinn machen würde, mein Glück mit dem Einreichen meiner Sachen zu versuchen. Immerhin würde es eine Menge Aufwand bedeuten wegen der kleinen Gebühr (mal Auslandsüberweisungen zwischen EU und Arabien versucht?) und dem hin und herschicken von Bildern. Ausserdem sind die Bilder, um die es geht, im Original sehr klein, eigentlich für größere Posterabzüge gedacht. Zwei waren bereits fertig, eines in Arbeit, also habe ich einfach mal die Links zu den beiden Award Gewinnern mit angefügt, damit Kuratorin überhaupt eine Ahnung bekommt, um was es sich handelt. Zu dem Zeitpunkt habe ich eigentlich nicht damit gerechnet, dass ich irgendeine Chance hätte, wirklich in die Ausstellung zu kommen. Insgeheim hoffte ich eigentlich nur auf eine Rückmeldung über meine Bilder.

Ein paar Tage später bekam ich eine Antwort von der Kuratorin. Sie machte mir einen Vorschlag.  Ich könne ganz normal mein Anmeldeformular ausfüllen und könne meine Bilder als qualitativ hochwertige Druck Files senden. Sie könnte dann die Bilder direkt vor Ort drucken lassen und mir danach einfach die Druckkosten zusammen mit der Teilnahmegebühr in Rechnung stellen.

Ich konnte es kaum fassen. Sie hat mir nicht nur eine Möglichkeit eröffnet, von hier aus im britischen Königreich auszustellen, sie würde mir sogar sämtliche logistischen Probleme und teure Expressportokosten ersparen damit! Ich war absolut sprachlos.

Naja. Der Rest war dann einfach nur noch fertig arbeiten. Das dritte Bild, jede Menge Ärger, um gute Scans von den Bildern zu bekommen, mein Statement für eine Begleitbrochüre zur Ausstellung verfassen – natürlich auf English (zum Glück habe ich eine kanadische Freundin, die Lehrerin ist, sie hat mein Geschreibsel in eine professionelle Form gebracht) – dann alles abschicken. Es gibt auch schon eine Webseite zur Ausstellung, auf der unter andem die teilnehmenden Künstler vorgestellt werden und die Werke ebenfalls.

Wer von Euch also Lust hat, zwischen dem 3. und 26. September mal einen Kurztrip nach England einzulegen, Milton Keynes ist nur ein kleines Stück nördlich von Londen. Außerdem wird es auch einen “Visitors Choice Award” geben, bei dem Ihr abstimmen könnt, ob meine Bilder dort etwas taugen 😉

Ich für meinen Teil bis erst einmal wahnsinnig aufgeregt und glücklich, dass sich für mich nach der jahrelangen gesundheitlich bedingten Schaffenspause auf einmal eine solche Möglichkeit bietet. Toller Wiedereinstieg! Gleich ein Stockwerk höher als zuvor – diesmal eine echte Kunstgallerie und keine Banken oder Forstämter 😉

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“Best Art of the Day” – zweimal innerhalb von vier Wochen! Danke artradio.tv!

Am 10. Juni habe ich von artradio.tv eine Auszeichnung für meine “Social Networks” Zeichnung bekommen – den “Best Art of the Day” Award. Artradio.tv teilte den Artikel darüber auch auf Facebook, wo innerhalb von 24 Stunden über 1000 Leute den “Gefällt mir” Knopf drückten. Das war einfach riesig! Die Kritik, die Jon Moxley von artradio.tv dazu geschrieben hat, hat mich ebenfalls vom Hocker gehauen.

Als ich gestern nach über dreiwöchiger Internetabstinenz endlich wieder online gehen konnte und meine ganzen Nachrichten durchgesehen habe, traute ich meinen Augen kaum. Ich habe am 3. Juli mit meiner neuesten Zeichnung “Create Your Life, Don’t Dream It” zum zweiten mal den “Best Art of the Day” Award bekommen! Unter der Überschrift “The Tree of Life” hat Jon Moxley eine sehr gute allgemeine Interpretation meines Werkes gegeben, in das ich sehr persönliche Dinge eingearbeitet habe, die der Betrachter nicht wissen kann, wenn er mich nicht sehr gut kennt.

Gleich zweimal in vier Wochen diese Auszeichnung zu bekommen, macht mich sprachlos. Die Künstlercommunity bai artradio.tv ist nicht gerade klein, ständig werden neue Werke dort hochgeladen. Durch die Verbreitung der Awards in den sozialen Netzwerken werden meine Bilder einer riesigen Menge an unterschiedlichsten Leuten zugänglich gemacht! Vielleicht bleibt bei dem ein oder anderen auch mein verrücktes lateinisches Pseudonym zusammen mit Stil und Inhalt meiner Bilder hängen. Besser kann man es sich nicht wünschen! An dieser Stelle noch einmal ein herzliches DANKE and Jon Moxley und die Crew von artradio.tv!

Die Artikel zum “Best Art of the Day” Award sind auch in meiner kleinen Presseabteilung auf dieser Seite zu finden.

Und weil es so schön war, hier noch einmal beide betreffenden Bilder zusammen:

Das nächste in der stilistischen Reihe ist bereits in Arbeit.

Es ist schon interessant, was aus dieser anfänglichen Notlösung geworden ist. Die Zeit im Hotel zog und zog sich hin. Ich wollte unbedingt weiter malen, aber die Leinwände und Farben und alles nahmen schlicht zuviel Platz ein auf Dauer. Auch musste ich bedenken, dass zwischendurch noch einmal all unsere Sachen irgendwo zwischengelagert werden mussten, während wir in Deutschland auf das neue Visum meines Mannes warteten. Desweiteren war ich neugierig, was so viele Künstler an den Ballpens so toll finden. Ich wollte mal eine neue Technik ausprobieren. Ein Skizzenblock und Bleistift mit Ballpen sind Platz sparend, auch kann man sich ewig an einem Bild an den Details aufhalten, was es zu einer perfekten Lösung im Hotel machte. Herausgekommen dabei ist eine ganz neue Stilreihe. Ich habe etwas neues entdeckt und für mich gefunden, was ich auch gerne weiter verfolgen werde. Und schon Erfolg damit.

Selbstverständlich werde ich mich niemals auf nur eine Sache beschränken, zumal diese Woche meine lang ersehnten Arbeitszimmermöbel geliefert werden. Dann kann ich endlich wieder an die Leinwände und mit Farben, Sand und was sich sonst noch so alles finden lässt rumwerkeln!

Auf die Farben – Fertig – Los!

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Zu Hause!

Vor vier Wochen ging es um die Wurst. Unser Geldtransfer für die Jahresmiete dauerte ein paar Tage, sodass uns die nächste Villa durch die Lappen ging. Unser Vermittler hat sich mächtig ins Zeug gelegt für uns, um schnellen Ersatz zu finden. Kurz bevor das Geld endlich ankam, bekamen wir die gute Nachricht, es sei wieder ein günstiges Objekt für uns zu haben. Diesmal in dem von uns ohnehin bevorzugten Arabian Village. Das bekamen wir dann auch.

Geld- und Schlüsselübergabe fanden exakt vor vier Wochen statt. Wir hatten das Glück, den Eigentümer kennen zu lernen. Ein sehr netter indischer Familienvater, dessen Arbeit ihn mit seiner Familie erst kürzlich nach Dubai verschlagen hat. Anfänglich wirkte er etwas unsicher uns gegenüber, entschuldigte sich mehrfach dafür, dass das Haus nicht “Upper Class” sondern “nur Middle Class” sei. Mittelklasse bedeutet hier genau das gleiche wie in Deutschland. Nur so zum Vergleich. Für uns war es sofort großartig. Das zurückhaltende Verhalten unseres Eigentümers uns gegenüber ließ schnell den Schluß zu, dass er als Inder mit Leuten aus der westlichen Welt Erfahrung gemacht zu haben schien, die gewisse Komplexe auslösen. Das ist hier nichts neues, Vorurteile gibt es zu Hauf. Während wir zusammen saßen und die Feinheiten besprachen, fragte er mich, was ich denn so arbeite. Ich sagte ihm, ich würde malen. Versuchen, mir hier als Künstler etwas aufzubauen. Interessanter Weise brach das sofort das interkulturelle Eis. Er erzählte uns von seiner Frau und Tochter, die beide an Kunstworkshops teinehmen und dass seine Tochter Künstler vergöttere. Wir haben uns noch eine ganze Weile über alles mögliche unterhalten, insgesamt einen guten Draht zueinander entwickelt. Es ist verflucht viel wert hier, wenn man sich gut mit dem Wohnungseigentümer versteht. Wenn alles soweit fertig ist im Haus und unsere Umzugslieferung da ist, dann laden wir die Familie mal zum Grillen ein. Gemeinsames Grillen ist hier überall eine Institution.

Wir hatten es also geschafft, innerhalb eines Monats alles zu klären. Pünktlich nach 30 Tagen Hotel zogen wir in unser neues zu Hause. Der Eigentümer hat die Gartenmöbel hier gelassen, daher  hatten wir einen Tisch, vier Stühle und eine Hollywoodschaukel. Das nahm uns das erste Problem ab. Die Lieferzeiten für Möbel. Unsere neue Esstischgarnitur sollte erst eine Woche später kommen. Als Bett wollten wir zur Überbrückung eine Luftmatratze nehmen, fanden dann aber ein Luftsofa, dass sich als riesiges Doppelbett ausklappen ließ. Auf dem schliefen wir dann auch über zwei Wochen, bis unser Schlafzimmer geliefert wurde. Die Küche war bereits möbliert, lediglich die Großgeräte fehlten. Bei denen war die Lieferzeit sehr kurz, daher hatten wir Kühlschrank und Waschmaschine von Beginn an, der Geschirrspüler kam ebenfalls recht schnell. Dem Geschirrspüler habe ich nur so schnell zugestimmt, weil unsere Spüle keinen Stöpsel hat und wir bis jetzt auch noch keinen passenden gefunden haben…

Hier Möbel aussuchen ist schon etwas ganz besonderes. In den arabischen Möbelhäusern gibt es wunderbare Möbelstücke zu sehr günstigen Preisen, solange man den Platz dafür hat und etwas nicht ganz so Pompöses finden kann. Ikea ist preislich hier nicht anders als in Deutschland, also hat man für höhere Preise schlechtere Qualität. Wenn man aber Lampen haben möchte, die keine Kronleuchter oder bunte Stimmungslaternen sind, oder aber auch nur funktionelle Sachen wie Regale, dann kommt man um Ikea nicht herum. Oder aber einen Herd mit Induktionskochfeld, der nicht Übergröße hat, sondern den normalen Einzelgeräten entspricht. Der Herd kommt in zwei Wochen im Standard 60x60cm Einbauschrank. Bis dahin kochen wir auf einem separaten Zweier-Induktionsfeld. Außer dem Herd erwarte ich jetzt noch meine heiß ersehnte Arbeitszimmereinrichtung. Die kommt im Laufe der Woche Stück für Stück ins Haus. Die ersten Bilder sind auch schon an den Wänden. So langsam wird es!

Was bis jetzt noch nicht geklappt hat, ist das Internet. Vor fast vier Wochen beantragt wurde uns gesagt, es dauere ca. 3 bis 5 Tage, bis ein Techniker anruft und vorbei kommt. Wohl eher Wochen. Was uns keiner sagte, der lokale Anbieter hat vor kurzem alle seine Techniker entlassen und diesen Bereich einer anderen Firma übertragen. Seitdem läuft nichts mehr. Nachdem wir das jetzt nach unzähligen Beschwerdeanrufen herausgefunden hatten, haben wir uns dann doch entschieden, mein Handy mit einem entsprechenden Datenpacket auszustatten, dass wir es vorerst als Modem benutzen können. Immerhin sind wir schon in der zweiten Hälfte vom Ramadan, dem islamischen heiligen Fastenmonat, da passiert ohnehin nicht mehr viel. Uns so können wir wenigstens wieder mit der Welt kommunizieren.

Die internetlose Zeit haben wir auf jeden Fall gut genutzt. Es sieht schon sehr wohnlich aus hier, auch wenn uns noch jede Menge leere und halbleere Regale/Schrankteile angähnen, die auf unsere Umzugslieferung warten. Wann die bei uns eintrifft, erfahren wir irgendwann in der nächsten Zeit. Abgeholt in Deutschland werden unsere Sachen diese Woche, wurde uns versichert. Wir sind gespannt.

Wir hatten innerhalb der letzten drei Wochen gut Zeit, uns hier einzuleben. In unserer Reihenhaussiedlung gibt es einen Minisupermarkt und ein sogenanntes Clubareal, was einen Tennisplatz, ein Fitness-Studio und ein Swimmingpoolareal umfasst. Die Nutzung ist quasi in der Miete mit enthalten. Wie scheinbar auch die Tageszeitung, die jeden Morgen vor der Türe liegt. Das komplette Gulf News Packet. Da das Leitungswasser wie fast überall auf der Welt kein Trinkwasser ist, funktioniert die Hauptversorgung mit Trinkwasser hier etwas anders, wenn man es bestellt. Der für uns zuständige Trinkwasserlieferant hat uns einen Wasserspender, zwei dafür vorgesehe 5 Galonen Wasserbottiche (ca. 19 Liter) und ein Gutscheinheft verkauft. Wenn die Wasserbehälter alle sind, stellt man sie früh am morgen einfach direkt vor die Tür und klemmt die Anzahl Gutscheine hinein, für die man Nachschub haben möchte. Kurz darauf kommt jemand vorbei und tauscht aus. Sind die Gutscheine alle, legt man das Geld für ein neues Heftchen mit dazu. In Deutschland undenkbar, hier enorm praktisch. Und kein Wasserflaschenschleppen mehr, auch viel weniger Müll.

Wenn man hier hinter dem Haus im Garten sitzt oder durch die Siedlung spaziert, könnte man glatt vergessen, dass man sich mitten in der Wüste befindet. Alles ist begrünt, viele Bäume und bunt blühende Pflanzen überall. Die Außenanlagen sind top gepflegt. Eine Menge Singvögel und Sittiche spektakeln herum, von dem Flughafen genau nebenan bekommt man aufgrund des physikalischen Verhaltens von Schallwellen in Zusammenhang mit Flugzeughöhe/-richtung kaum etwas mit. Die Moschee in der Nähe gibt durch die Gebetsrufe angenehme Hintergrundstimmung und eine gute Tagesstrukturierung vor. Gerade im Moment während des Ramadan ist es gut, wenn man abends den Muezzin rufen hört, damit man genau weiß, wann Sonnenuntergang ist und Trinken, Essen und Rauchen in der Öffentlichkeit wieder gestattet sind. Es ist eine friedliche Gegend. Ein angenehmes Wohnklima. Unsere Spanische Nachbarfamilie haben wir auch schon kennen gelernt, sehr nette und hilfsbereite Menschen. Wir fühlen uns wohl hier. Endlich wieder ein schönes zu Hause zu haben, ist etwas wundervolles. Und dass es schön ist, dafür haben wir gesorgt!

In diesem Sinne noch einen schönen Tag!

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Nicht untätig geblieben – neues von der Kunstfront

Knapp drei Wochen sind wir jetzt wieder in Abu Dhabi, und trotz dass wir noch im Hotel aus dem Koffer leben, bin ich nicht gänzlich untätig geblieben. Neben all der Wohnungssuche und Organisiererei habe ich nicht nur wieder gezeichnet, sondern auch einige Erfolge in den sozialen Netzwerken zu verbuchen. Langsam ebnet sich mir der Weg Stück für Stück, den einen oder anderen Erfolg mit meiner künstlerischen Arbeit erzielen zu können.

Neu bei DeviantArt

Es gibt direkt Künstlerportale im Netz, bei denen sich Künstler aller Art nicht nur ein Profil zum Zeigen ihrer Arbeiten anlegen können. Diese Portale bieten auch an, dass Kunstbegeisterte die Bilder ihrer Wahl dort als Druck bestellen können. So auch DeviantArt, eines der weltweit größten Künstlerportale dieser Art. Für uns Kunstschaffende ist das natürlich eine sehr gute Sache. Wir müssen lediglich unsere Werke in guter Druckqualität dort unterbringen, das Portal übernimmt dann den Rest von der Bestellung über den Druck bis zum Versand. Da ich auch vorhabe, demnächst (so ab Ende Juli diesen Jahres) einen Teil meiner Bilder als Drucke zugänglich zu machen, habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, mir ebenfalls ein Profil auf DeviantArt anzulegen. Es dauerte keine Woche, und ein renomierter Künstler aus den USA, Preston van Boyd, der bereits durch Facebook auf mich aufmerksam geworden ist, teilte meine besten Stücke in Gruppen, in denen hochtalentierte neue Künstler eingeführt bzw. “entdeckt” werden. Ein anderer Kunstliebhaber, Liepo Seis, hat es sich auf DeviantArt zum Auftrag gemacht, ebenfalls neue Talente zu suchen und zu fördern, indem er sie publik macht. Auch er ist gleich zu Beginn auf mich aufmerksam geworden und unterstützt mich sehr durch Bekanntmachen meiner Bilder. Ich brauche wohl kaum zu erwähnen, wie irre ich das finde! Wenn ich von anderen Künstern sehr positive Rückmeldungen bekomme, deren eigene Werke mich schier staunen lassen, dann weiß ich irgendwie, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Auf jeden Fall wird es bald die Möglichkeit geben, meine Bilder für das eigene zu Hause bestellen zu können 🙂

Arts, Artists, Artwork – ein zweites Mal durchs Netz gestreut

Social Networks

Social Networks

Ein weiterer Erfolg der letzten Woche war, dass Arts, Artists, Artwork (eine riesengroße Kunstgruppe auf Facebook, die sehr selektiv aussucht, was sie teilt) bereits zum zweiten Mal eines meiner Bilder veröffentlich hat. Passender Weise das “Social Networks” Bild. Die Rückmeldungen waren unglaublich! Auch wenn die sozialen Netzwerke manches mal eher Fluch als Segen sind, für mich als Künstler sind sie eine wunderbare Möglichkeit, meine Arbeiten einer großen Anzahl an Leuten vorzustellen und wichtige Kontakte zu knüpfen. An dieser Stelle nocheinmal ein herzliches Danke an die Betreiber von Arts, Artists, Artwork, die sich täglich durch eine Unmenge an Zusendungen kämpfen und entscheiden, was sie davon mit einer bis zu 946.000 Leute umfassenden Gemeinschaft teilen. Dass ich im Laufe des letzten halben Jahres bereits zweimal das Glück hatte, zu den Erlesenen zu gehören, obwohl ich nicht zu den regulären Geldspendern gehöre, hat mich in meinem Schaffen bestärkt.

Neue Zeichnung auf Wunsch – ein Original bald auch in Argentinien

Thursday Night Fever

Thursday Night Fever

Jeden Donnerstag Abend feiern wir den Start in das arabische Wochenende in unserem Lieblingspub, der Tavern. Im Laufe der letzten anderthalb Jahre erfreuen wir uns jetzt bereits an der dritten Zweimannband, dem Chavela Duo aus Argentinien. Vertraglich geregelt sind immer bekannte Rock und Pop Songs. Das Chavela Duo wurde uns bereits von der vorherigen Band (Rain Duo) ans Herz gelegt, und die beiden hatten mehr als recht. Chavela Duo spielen nicht einfach die Songs nach, sie interpretieren sie alle auf ihre eigene Art, und es handelt sich dabei eindeutig um Rockmusik. Sie schaffen es sogar, nervige Pophits richtig klasse klingen zu lassen. Auch spielen sie die beste Version von Eurythmics “Sweet dreams”, die wir je gehört haben. Der Gitarrist ist ein wahrer Meister, die Soli in den Liedern wandelt er jedesmal ab und improvisiert genial. Ihr könnt Euch vorstellen, dass die beiden in uns regelrechte Fans gefunden haben. Das Highlight des Abends ist meistens, dass sie für uns unseren Hochzeitssong “Highway to Hell” von AC/DC spielen, weil sie undbedingt sehen wollen, wie beim Headbanging meine langen Haare fliegen. Ich muss wohl nicht extra darauf hinweisen, dass wir uns auch sofort gut verstanden haben. Irgendwann kamen dann auch mal die typischen Fragen, was wir denn so tun. Ich antwortete, ich male. Die Sängerin wünschte sich ein Bild von mir als Erinnerung an die verrückten Donnerstage. Und das bekam sie auch. Genau das – Erinnerung an unsere Donnerstag Nächte. Aufgrund unserer Hotelwohnsituation habe ich mich der Einfachheit halber wieder für eine Ballpen Zeichnung entschieden. Einfach ist gut, es dauerte fast zwei Wochen mit dem feinen Stift die 30 Quadratzentimeter entsprechend herzurichten. Es hat sich aber gelohnt. Beide waren total aus dem Häuschen. Sie hatten teilweise gar nicht damit gerechnet, dass ich das Versprechen wahr mache, und wenn doch, dann mit so einem typischen Pferd/Falke/Blume Dekobildchen. Nicht mit mir. Die beiden haben das Bild den ganzen Abend immer wieder auf der Bühne rumgezeigt und sich bedankt. Jetzt weiß auch der letzte Stammkunde unseres Lieblingspubs, was ich so tue. Die Reaktionen waren der Hammer für mich!

Bald wieder Leinwände und Farbe/Sand/Collagen!

Im letzten Blogeintrag habe ich von unserem Abenteuer Villensuche mit zwei Jordanischen Vermittlern berichtet. Und dass wir die Jungs sehr sympathisch fanden, was scheinbar auf Gegenseitigkeit beruhte. Im Laufe der Unterhaltungen bekamen die beiden auch mit, wie wir beim Anschauen der Häuschen über ein Atelier gesprochen haben, da haben sie mal genauer nachgefragt, was ich denn dann so machen werde. Ich sagte ihnen, ich sei Künstler und male Bilder, gab ihnen ein Kontaktkärtchen zum Stöbern, wenn sie mögen. Die zwei waren begeistert alleine von dem Umstand, dass ich Künstler bin. Künstler haben hier einen ganz anderen Stellenwert als in der westlichen Welt. Keiner fragt, wieviel man denn damit verdient, aber alle sind sich einig, man müsse Künstler immer unterstützen, denn sie machen das Leben bunter. Vermutlich war der Sympathiebonus zusammen mit dem Künstler-Umstand dafür verantwortlich, dass wir letztendlich genau das bekamen, was wir haben wollten zu dem Preis, den wir als Maximum angegeben haben. Gestern haben wir uns nämlich getroffen, um alles fest zu machen. Die erst für uns geplante Villa hat der Eigentümer dann doch viel teurer vermieten wollen. Die Preise haben wieder stark angezogen. Anstatt uns eine Villa zu höherem bzw. jetzt normalem Preis aufzuschwatzen, hat sich unser Vermittler richtig für uns ins Zeug gelegt. Er hat ein Häuschen gefunden, dessen Inhaber ein Landsmann von ihm ist und es tatsächlich geschafft, den Mietpreis auf unser genanntes Maximum hinunter zu handeln, da wir ja ab nächsten Samstag bereits mit dem Mietverhältnis beginnen wollen. Das hätte er nicht tun müssen! Zumal es alles andere als normal ist, dass ein Vermittler einer Maklerfirma hier mit dem Eigentümer über Mietpreisenkungen verhandelt. Nachdem wir gestern bis zum frühen Abend voller Aufregung auf sein Telefonat gewartet haben, waren wir überglücklich als er uns mitteilte, was er für uns rausschlagen konnte. Und unser neues Häuschen ist dann auch genau in dem Areal, wo wir am liebsten hinwollten! Die Kaution ist bereits bezahlt, sobald der Geldtransfer zum neuen Konto durch ist, wird der Vertrag gegen Vorauszahlung der Jahresmiete unterzeichnet. Am nächsten Samstag ist Schlüsselübergabe!

Bis wir uns dann Stück für Stück soweit eingerichtet haben, dass alles fertig ist und auch mein neues Arbeitszimmer brauchbar ausgestattet ist, dauert es sicher noch so bis Mitte/Ende Juli. Dann kann ich auch wieder mit Farben und Leinwänden spielen! Bis dahin werden mir diverse Ballpens und Graphitstifte hoffentlich gute Dienste leisten, die nächste Zeichnung ist bereits in Arbeit. Irgendwie habe ich das Gefühl, die Sache mit den Ballpens nicht gänzlich aufzugeben, nur weil ich dann wieder Platz für Leinwände haben werde. Die schwarzen Tintenstifte sind mir mittlerweile doch sehr ans Herz gewachsen inclusive allem, was man damit so anstellen kann. Es ist doch recht interessant, was manchmal aus der (Platz)Not heraus so alles entstehen kann 😉

In diesem Sinne allen einen erfolgreichen Start in die Neue Woche!

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Villasuche auf Arabisch und warum Adressen nur Nummernsalat sind

Nach dem Reinfall mit den kleinen und stark überteuerten Luxusapartments auf Reem Island haben wir uns nach langem Hin und Her dazu entschieden, lieber ein Stück aus der Stadt hinaus in eine kleine Villa zu ziehen. Viel mehr Platz und Wohnqualität zu wesentlich besseren Preisen.

Gestern Nachmittag hatten wir nach langer Suche und vielen Fehlversuchen endlich wieder einen Maklertermin, um uns eine kleine Villa in unserer Preisklasse anzuschauen. Der Ort unseres Begehrens nennt sich Al Reef und ist eine Wohnanlage mit vier verschiedenen Villen”dörfern”, die sich lediglich von der Außenfassadengestaltung unterscheiden (Arabian Village, Mediterranian Village, Desert Village und Contemporary Village). Al Reef befindet sich auf dem Festland von Abu Dhabi ein wenig außerhalb der Stadt, ist aber durch sehr günstige Busse und Taxis voll angebunden. Ruhige, herrliche und finanzierbare(!) Wohngegend, in der ich auch ohne eigenes Auto tagsüber nicht von allem abgeschnitten bin.  Fast über die Hälfte der Häuser steht noch leer, genügend Auswahl sollte es also geben. Einen Termin für eine Besichtigung zu bekommen, klingt einfacher als es letztendlich ist, wenn man die regelrechte Maklerschwemme hier betrachtet.

In jedem Fall wollten wir eine Villa mieten, die bereits einen persönlichen Eigentümer hat und nicht der Bank gehört. Die Banken wollen nämlich noch mal bis zu 20 Prozent mehr Miete für das baugleiche Objekt. Also haben wir zuerst Inserate gewälzt, in denen lokale Eigentümer ihre Objekte eingestellt haben. Würde immerhin die Kaution für den Makler sparen. Irgendwie hat sich da aber keiner zurück gemeldet. Daraufhin schrieb ich alle möglichen Maklerfirmen an, die die kleinen Villen auch zu günstigeren Preisen gelistet haben. Entweder mir wurde gesagt, sie seien schon weg, sie könnten uns aber diese Objekte für 20 Prozent mehr Mietzahlung anbieten, oder aber wir bekamen gar keine Rückmeldungen. Die Maklerfirmen haben als oberste Priorität die Objekte zu vermieten oder zu verkaufen, die noch den Banken gehören. Und die Banken verlangen sehr viel mehr Geld als die privaten Eigentümer. Wenn man bedenkt, dass man hier die gesamte Jahresmiete im Voraus bezahlt, muss man sich da schon gut überlegen, was man sich leisten kann.

Letztendlich landeten wir dann doch wieder beim ansässigen Marktführer, die melden sich wenigstens zurück und sind zuverlässig. Allerdings war unsere letzte Erfahrung mit einer polnischen Maklerin der Firma eher nicht so gut. Sie war es, die uns diese winzig kleinen Luxusapartments für wahnsinnig überteuerte Preise andrehen wollte, obwohl wir ihr sagten, das gibt unser Budget nicht her. Sie hatte keine sinnvolleren Objekte für uns. Diesmal sind wir an einen arabischen jungen Mann geraten. Bereits am Telefon teilte ich ihm mit, was unser absolutes Maximum ist und das ein Termin wirklich NUR Sinn macht, wenn das Objekt unser Budget nicht übersteigt. Ich klang wohl verzweifelt genug oder vielleicht fand er auch mein “zartes” Stimmchen sympatisch, auf jeden Fall hatte er kein Problem damit, uns Villen von Eigentümern zu zeigen. Wir machten also einen Termin aus, und der war gestern.

Wir wussten zwar von Freunden, dass Al Reef super ans Busnetz angebunden ist, aber da genau dieses hier erst kürzlich wieder vollständig umgestellt wurde und auch sonst sehr kreativ variiert, hatten wir keine Chance im Voraus heraus zu finden, wo wir welchen Bus von der Stadt aus nehmen könnten, also fuhren wir mit dem Taxi nach Al Reef. Wir waren eine Stunde eher dort, um uns schonmal ein wenig umzusehen. Klasse Idee mittags bei 44 Grad eine Stunde durch die Sonne zu spatzieren. Für die ersten Eindrücke vom Umfeld war es aber sehr ok. Bushaltestellen gibt es dort nahezu alle 500 Meter, gehalten wird da, wo jemand steht oder aussteigen will. An den Haltestellen selbst hängen dann auch die Pläne, welcher Bus wo und wann lang fährt. Manchmal ist ein Fotohandy praktisch 😉

Meinem Mann viel ein Kleinwagen auf, in dem zwei junge arabisch aussehende Männer permanent Runden ums Karree fuhren. Wir amüsierten uns ein wenig darüber. Zielloses Herumfahren ist für manche junge Emiratis hier eine Freizeitbeschäftigung. Allerdings haben die für gewöhnlich nicht die Autofenster auf bei der Wärme. Als die Uhrzeit unseres Termins gekommen war, stellte sich heraus, dass in diesem Auto unser Makler und sein Kollege saßen. Sie sind bis zu unserem Termin nur Runden mit offenen Fenstern gedreht, weil die Klimaanlage im Auto defekt war. Die Makler im Kundendienst müssen für gewöhnlich mit ihren Privatwagen fahren, der Markt ist heiß umkämpft, das große Geld streichen hauptsächlich die Chefs ein und nicht die Kundenbetreuer. Wir wurstelten uns also auf die Rückbank und die beiden begannen, eine Villa zu suchen, von deren Eigentümer sie sich extra noch den Schlüssel besorgt haben. Sie hatten den Schlüssel mit einer vierstelligen Nummer am Anhänger und die Angabe, die Villa sei im Arabian Village. Und so startete die Suche…

Wer hier aufgewachsen ist (was die beiden zu sein schienen), kennt kein Adresssystem mit Hausnummern und Straßennamen für andere als nur die großen Hauptstraßen. So etwas gibt es in Abu Dhabi noch nicht, soll aber jetzt eingeführt werden. Man hat lediglich die großen Hauptstraßen benannt (und immer wieder umbenannt), damit hat man grobe Richtungen. An sonsten wird sich an sogenannten Landmarken wie Einkaufstempeln, Hotels und anderen markanten Gebäuden, Parkanlagen oder sonst was orientiert. Die großen Tower hier haben alle eigene Namen und werden als Orientierungspunkte benutzt. Wenn man hier ein Navigationssystem benutzt, macht dass nur Sinn, wenn man die Erdkoordinaten vom gewünschten Ziel hat.

Al Reef ist sehr neu und besitzt nummerierte Straßen mit Hausnummern. Außerdem hat nochmal jedes Haus seine eigene Nummer. Allerdings fangen in jedem der vier Villenareale die Straßennummerierungen bei eins an. Und sie sind nicht rechtwinklich sondern eher spiralförmig mit Zwischenverbindungen angelegt. Überall sonst in Abu Dhabi ist alles rasterförmig aufgebaut, damit haben die Leute hier umzugehen gelern. Einen brauchbaren korrekten Stadtplan hatten wir nicht, sonst hätten mein Mann und ich das System dort vielleicht durchschauen können.

Die beiden Araber waren völlig aufgeschmissen. Das Konzept der Nummerierungen unbekannt hatten sie nur den Schlüssel mit vier Ziffern drauf. Es war nicht ersichtlich, ob es sich dabei um Straßen- und Hausnummer oder nur um die Villennummer selber handelte. Der Eigentümer war nicht zu erreichen. Wir drehten lange Runden und versuchten aus dem Auto heraus sämtliche Nummern zu erkennen, probierten alle Möglichkeiten durch, die die Ziffern auf dem Schlüsselanhänger bedeuten könnten. Wir landeten immer wieder vor bereits bewohnten oder zu großen Objekten. Der Eigentümer war telefonisch nicht zu erreichen. Nach einer dreiviertel Stunde fuhren wir ins Contemporary Village, da bei einem Anruf im Büro jemand auf die Idee kam, vielleicht stimme einfach das Village nicht, denn im Contemporary würde eine vierstellige Villemnummer existieren, die mit besagten Ziffern übereinstimme. Als wir diese dann nach weiterer längerer Suche fanden, war sie bereits bewohnt, das war dann wohl auch nicht die Richtige.

Nächster Stop war das dortige Büro der Maklerfirma, ebenfalls eine solche kleine Zweischlafzimmer-Villa. Da die Häuschen von innen wirklich alle komplett baugleich sind inclusive der bereits vorhandenen Küchenmöblierung, konnten wir uns schon mal einen kleinen Eindruck verschaffen (wirklich nur einen sehr kleinen, der Hauptwohnbereich unten war komplett vollgestellt und die Terassentür zugehangen gegen die Sonne). Dort beschwerten sich unsere beiden Kundenberteuer erst einmal maßlos über den Eigentümer, der wohl selber nicht wisse, wo sein Objekt nun wirklich stünde. Also haben die Jungs kurzerhand einen anderen Schlüssel zu einer Villa im Desert Village geschnappt, die wir zu ähnlichen Konditionen bekommen könnten. Sie versprachen uns, die andere Villa noch ausfindig zu machen. Da die beiden innen ja komplett baugleich, maximal spiegelverkehrt aufgebaut sind, läge dann die Entscheidung bei uns, welche wir nehmen, wenn wir uns denn für eine Villa entscheiden wollen. Die Desert Village Villa fanden die beiden recht schnell, wir haben nur beim Nummernschilderlesen aus dem Auto heraus geholfen.

Wir traten also ein und schauten uns um. Und waren begeistert. Nicht nur dass die auf den Grundrissen angegebenen Maße tatsächlich stimmten, so ein Häuschen ist einfach absolut wie gemacht für uns! Stauraum, Platz, eine herrliche offene Küche in den großen Wohnbereich hinein, ca. 30 Qadratmeter privater Garten mit Terasse am Wohnbereich, separater Waschmaschinenraun, Toilette unten, gleich am Eingangsbereich nochmal ein kleiner offener Raum für sonst irgend etwas, im Obergeschoss dann zwei Bäder und zwei Schlafzimmer, eines davon größer und mit eigenem Balkon. Alles in allem machte das Häuschen auf uns einen sehr guten Eindruck, geradezu wie geschaffen für uns. Bei dem Haus war aber der Eigentümer noch nicht in Kenntnis, dass es Interessenten gibt. Wir klärten also ab, dass wir auf jeden Fall eines der beiden Häuser nehmen, wenn die Konditionen für uns stimmen.

Glücklich fuhren wir für umegrechnet 80 Cent pro Nase mit dem Bus die 40 Kilometer in die Stadt zurück. Wir mussten nicht lange warten, allein vier Buslinien mit kompfotablen Bussen fahren von Al Reef nach Abu Dhabi Downtown. Die Fahrt dauert nicht lange, weil der Bus über die Inselautobahn direkt außen rum um die Stadt fährt, bis er genau am richtigen und interessanten Teil ins Tourist Club Areal im üblichen Staugewimmel landet und man getrost mitten im Stadtleben aussteigen kann.

Gerade hat mich unser Kundenbetreuer noch einmal angerufen und die gute Nachricht erteilt, sie haben die für uns geplante Villa ausfindig gemacht. Sie ist im Contemporary Village und damit eine der neuesten Objekte dort, ganz nah am Village Pool und Sportareal. Der Eigentümer läßt das Haus für uns diese Woche fertig machen. Also nochmal malern, reinigen, alles auf seine Funktionalität prüfen, Klimaanlagenfilter wechseln – die üblichen Wartungsdinge eben. Jetzt liegt nur noch alles daran, wie schnell mein Mann diese Woche seine Stempel im Visum fertig bekommt, ein emiratisches Bankkonto aufmacht und unsere Ersparnisse und die Wohnpauschale von der Firma aud das Konto transferiert werden. Und dann können wir in ca. zwei Wochen einziehen! Endlich ein neues zu Hause einrichten!

Ich gebe es ja zu… Gestern Abend haben wir schon kräftig an der Inneneinrichtung geplant und überlegt, haben also bereits eine genaue Vorstellung davon, wie es dann werden könnte 😉 Und dann habe ich auch endlich wieder ein eigenes Atelier sogar mit Balkon!

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Anreise mit Hindernissen…

Wir sind endlich zurück in Abu Dhabi. Natürlich lief wieder alles ganz anders als geplant. Der Deutschlandaufenthalt dauerte letztendlich drei Wochen länger als angedacht, somit konnten wir die sechswöchige Schlechtwetterphase vollestens mitnehmen. Am Montag starteten wir endlich Richtung Frankfurt, ein letzter Abend mit Freunden in Offenbach, Dienstag früh dann direkt zum Flughafen. Dachten wir uns zumindest so…

Als wir Dienstag morgens das Auto beluden, kam ein freundlicher Herr aus der Nachbarschaft auf uns zu und fragte uns, ob sich denn jemand bei uns gemeldet hätte. Etwas verwirrt fragten wir nach, wer warum das denn hätte tun sollen. Der Herr erzählte uns, er hat beobachtet, wie ein junger Mann unseren Leihwagen gestreift hat. Jetzt fiel uns auch der Schaden an der Fahrerseite hinten links auf. Alles zerkratzt. Ein Anruf bei der Autovermietung ergab, wir müssen natürlich direkt bei der Polizei Anzeige erstatten. Ein Anruf bei der Polizei ergab, sie schicken irgendwann jemanden vorbei, könnte aber dauern, wie lange genau wüssten sie nicht. Wir hatten aber keine Zeit zum Warten, wir wollten schließlich unseren Flug nicht verpassen! Also fuhren wir direkt zum zuständigen Polizeirevier. Unsere Nerven lagen blank. Auf der Polizeiwache hieß es zuerst, eine Unfallaufnahme würde mindestens eine Stunde in Anspruch nehmen, die hatten wir aber nicht mehr. Wir erklärten unsere Situation, zu unserem Glück hatte der freundliche Nachbar sich das Kennzeichen und die Automarke des Täters notiert. Unfall mit Fahrerflucht, das wird wohl richtig Ärger geben. Der für uns zuständige Polizist war zum Glück überaus freundlich. Nachdem klar war, dass es sich bei unserem Fahrzeug um einen Leihwagen handelt und wir das Kennzeichen des Verursachers sowie Namen und Telefonnummer eines Zeugen vorweisen konnten, verkürzte der Polizeibeamte die ganze Prozedur auf knappe 10 Minuten und wünschte uns viel Erfolg beim Auswandern. Glück im Unglück.

Durch diese Verzögerung kamen wir natürlich in den Berufsverkehr. Der Umstand, dass wir auf dem letzten Stück Autobahn wegen Überfüllung nur noch Schrittgeschwindigkeit fahren konnten, war nicht gerade zuträglich für unsere ohnehin schon überstrapazierten Nerven. Wir kamen trotzdem noch rechtzeitig an. Zum Glück reichte es der Leihwagenfirma, lediglich die ausgefüllte Unfallmeldung entgegen zu nehmen, alles andere klären sie dann wohl selber mit der Polizei.

Das Einchecken ging unerwartet schnell. die Anzahl der Passagiere hielt sich soweit in Grenzen, dass wir die verlorene Zeit fast wieder rausholen konnten, da es keine riesige Schlange am Schalter gab. Danach erstmal entspannen. Wir haben es pünktlich ans Gate geschafft, der Flug ging ebenfalls pünktlich. Sechseinhalb Stunden später landeten wir in unserer neuen Wahlheimat.

Während unserer sechswöchigen Abwesenheit wurde am Flughafen eine extra Flughafen-Taxiflotte eingeführt. Im Gegensatz zu den normalen Taxen zwar teurer, dafür aber richtig große Vans, in denen man auch ordentlich viel Gepäck auf einmal unterbringen kann. Ab zum Hotel. Diesmal hat die Firma wieder ein anderes und viel billigeres Hotel gebucht, unsere Erwartungen waren dementsprechend bereits eher niedrig angesetzt. Allerdings hätten wir nicht erwartet, wie schlimm es wirklich war…

Wir waren in Gedanken bereits schon hübsch geduscht auf dem Weg ins Pub, als wir an der Hotellobby standen, daher nahmen wir nur am Rande wahr, wie erstaunt die Rezeptionisten auf unsere deutschen Pässe reagierten. Die Augen wurden riesig, dann strahlten sie uns an, als wären wir ein Wunder. Ab in den Fahrstuhl und in die richtige Etage. Als sich der Fahrstuhl wieder öffnete, schlug uns bereits ein fürchterlicher Gestank entgegen. Der Flurteppich war so stark verschmutzt, dass bei jeden Schritt Staubwölkchen aufstoben. Ich hatte das Gefühl, über einen lebenden Organismus zu trampeln. Schimmelflecken überall. Das Zimmer war nicht besser. Bereits beim Betreten des Zimmers setzte bei mir der Reizhusten ein, keine zehn Minuten später hing ich am gekippten Fenster und habe einen allergischen Asthmaanfall inclusive Brechreiz erlitten. Mein Mann schaffte es noch noch, mir ein Antiallergikum zu verabreichen, danach brachte er mich fluchtartig wieder aus dem Gebäude. So fluchtartig, dass alles Gepäck im Zimmer blieb, lediglich seinen Reisepass hatte er sich noch schnell geschnappt.

Es ist schon ironisch, wenn man an einer zu dieser Zeit überfüllten dreispurigen Hauptstraße den Reizhusten Stück für Stück wieder in den Griff bekommt. Selbst meinem Mann, den sonst nichts so leicht umhauen kann, haben die Augen extrem gebrannt nach den gerade mal zehn Minuten in dem Hotelzimmer, so stark war die Schimmelbelastung in der Luft. Und im Gegensatz zu mir ist er kein Allergiker. In dieses Gebäude konnten wir um nichts in der Welt zurück. Ich wäre vermutlich trotz Medikamente noch in der ersten Nacht erstickt.

Als ich endlich wieder etwas besser Luft bekommen konnte, schnappten wir uns das nächste Taxi und fuhren direkt zu dem Hotel, indem wir nahezu das letzte halbe Jahr verbracht haben. Dort war auch gottseidank ein Zimmer mit Küche für uns frei. Mein Reizhusten war noch so stark und mein Gesicht trotz Antiallergikum so verschwollen, dass mir die Rezeptionistin erst einmal besorgt warmes Wasser verabreichte und fragte, ob sie einen Arzt rufen solle. Sobald wir unsere Zimmerschlüsselkarten hatten, nahmen wir ein Taxi zurück zu dem anderen Hotel, indem ja noch all unsere Sachen auf dem Zimmer waren, inclusive meines Reisepasses. Ich blieb im Taxi sitzen, während mein Mann das Gepäck holte und die Reservierung stornierte. Das ging alles völlig problemlos, die Leute dort waren nicht mal verwundert darüber, wie fluchtartig mein Mann mich kurz zuvor aus dem Haus gebracht hat. Ein Angestellter brachte die schweren Reisetaschen zum Taxi, zeigte mir beide Daumen nach oben und beglückwünschte mich. Ich war noch zu sehr mit den Auswirkungen der Schimmel- und Pestizidattacke beschäftigt, um seine Reaktion richtig einordnen zu können. Erst später wurde mir klar, warum er mir zur Flucht aus dem Hotel gratuliert hatte. Diese armen Angestellten können sich der Belastung dort gar nicht entziehen. Vielleicht haben sie die müde Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Management etwas mehr in Sauberkeit und Wartung investiert, wenn die Leute sofort wieder gehen und eine Reservierung stornieren, die sonst einen ganzen Monat beinhaltet hätte. Diese Angestellten haben mein vollstes Mitgefühl.

Als wir mit dem Taxi wieder an unserem neuen bzw. vorherigen Hotel ankamen, war es dann schließendlich wirklich wie nach Hause kommen. Die einzigen Unterschiede sind, dass sich unser Studioapartment zwei Stockwerke höher befindet und exakt spiegelverkehrt zu dem letzten ist. Endlich große Erleichterung. Wir haben es geschafft, sind wieder zu Hause. Wie es aussieht, müssen wir jetzt einen Teil der Hotelkosten selber tragen, weil die Firma auf einmal entschieden hat, dieses spezielle Hotel sei dann doch zu teuer, um noch einen weiteren Monat dort zu bezahlen, aber unser beider Gesundheit ist es uns in jedem Falle wert.

Heute ist Donnerstag, die nächsten drei Tage sind frei. Wochenende mit einem Feiertag. Die Wärme zeigt bereits ihre positiven Auswirkungen, wir sind entspannter. Die Uhren (soweit vorhanden) ticken wieder langsamer, die Haut wird bereits leicht dunkler, die erste Blase unter meinem Fuß habe ich mir auch schon durch die Stadt spaziert, gestern waren wir schon auf einer kleinen Party eingeladen – wir sind endlich wieder zu Hause!

Kleiner Spaß am Rande: All unsere Sommerklamotten und unsere Küchenausstattung sind bei dem Chef meines Mannes hier eingelagert, der ausgerechnet jetzt kurzfristig eine Woche auf Dienstreise ist. Der Kollege, bei dem meine Leinwände unterstehen, ist ironischerweise im Lande und nicht wie gedacht im Auslandseinsatz. Zum Glück haben wir unsere Badesachen im Reisegepäck dabei, alles andere findet sich schon… 😉

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Schöner wohnen in der Badezimmersammlung – Freud und Leid eines wohnungssuchenden Paares…

Seit einigen Tagen durchkämmen wir die Wohnungsbörse in Abu Dhabi. Nach unserem Urlaub ist es nämlich soweit, wir können endlich wieder in eine Wohnung ziehen. Unsere Ansprüche sind relartiv einfach – irgendwas um die 100 Quadratmeter, Balkon, offene Küche wenn möglich, zwei Zimmer (eins davon sollte als Arbeits- und Gästezimmer dienen). Klingt ja erst mal nicht schlecht. Es gibt mit diesen Spezifikationen durchaus eine ganze Menge freier und brandneuer Wohnungen in unserer Preisklasse. Also fleißig Grundrisse angeschaut. Als erstes viel uns auf, dass die Gesamtquadratmeteranzahl baugleicher Wohnungen in einem Bereich bis zu insgesamt 20 Quadratmeter variieren kann in den Angaben der Makler. Grundrisse sind – falls vorhanden – gar nicht mit Maßen ausgestattet oder aber die angegebenen Maße und Größenverhältnisse stimmen nicht mit der Realität überein. Hier nimmt man es damit nicht so genau. Man entscheidet sich ohnehin erst nach ausgiebiger Besichtigung. Und besichtigt haben wir bereits zwei Wohnungen mit den gewünschten Spezifikationen…

Man muss wissen, dass Wohnungen hier anders beschrieben und geplant werden, als wir es kennen. Küche und ausgiebiger Wohn-/Esszimmerbereich sind klar, dazu gibt es eine bestimmte Anzahl an Schlafimmern. Wir denken blos in Zimmerkategorie, das haut aber in diesem Fall nicht hin. Schlafzimmer bedeutet, dass jedes davon ein eigenes Bad integriert hat. Und es gibt natürlich noch zusätzlich ein Gästebad außerhalb der Schlafzimmer. Wenn man eine Grundfläche von irgendwas um die 80-100 Quadratmeter hernimmt und zwei schöne große Schlafzimmer mit dicken Wänden abteilt, die aber zur Hälfte aus Badezimmer bestehen, kommt etwas lustiges dabei heraus. Der verbleibende Platz in den Schlafzimmern reicht vielleicht gerade noch, um ein Doppelbett hinein zu zwingen, aber dann passten keine Nachtische mehr daneben, kein Schrank irgendwohin. Man würde nur noch schwerlich selber mit hinein passen. Es entsteht dazu eine Menge toter Raum, nämlich die Gänge neben den Badezimmern in den verbleibenden Raum hinein. Außerdem gibt es in jedem Fall noch ein zusätzliches Gästebad. Alles in allem nehmen die Bäder mit den Durchgängen daneben etwa ein drittel der Wohnfläche ein. Wer braucht das? Und wer plant Schlafzimmer, in die keine Schlafzimmermöbel passen?

Wenn man bedenkt, dass die meisten Einheimischen von Abu Dhabi bis vor 40 Jahren von so etwas wie eigenen Badezimmern mit fließendem Wasser nur träumen konnten, lässt sich der Drang nach möglichst viel davon gut erklären. Dadurch, dass Geld hier im Ölland kein Problem darstellt, konnte man einfach festlegen, dass ein jedes Schlafzimmer ein Bad haben sollte. Wenn man dann einen Architekten mit der Planung ganz toller neuer Luxuswohnanlagen beauftrag, ihm Vorgaben über die etwaigen Größenwünsche der Wohnungen inclusive Schlafzimmeranzahl macht, oder auch nur einfach festlegt, wieviele 1, 2 und 3 Schlafzimmerwohnungen pro Etage rein sollen, braucht man sich nicht wundern, wenn man am Ende Schlafzimmer bekommt, in die kein Schlafzimmer passt. Man hat dann kaum Platz in der eigenen Wohnung übrig, dafür aber jede Menge Badezimmer. Ich nenne diese verbauten Räume die “Rache des Architekten”, der vermutlich die Nase voll hatte, den Leuten zu erklären, dass diese Vorgaben unter dem Strich zu keinen brauchbaren Wohnungen führen.

Also was tun? Natürlich gibt es auch Wohnungen mit zwei Schlafzimmern, in deren Zimmer auch noch etwas hinein passt, die sind aber außerhalb unserer finanziellen Möglichkeiten. Oder es handelt sich um vergleichsweise günstige und riesengroße Villen, die dann allerdings irgendwo draußen mitten im Nichts liegen, ohne Busanbindung und Taxis, ohne irgendeine Einkaufsmöglichkeit in der Nähe. Dann hat man ganz dolle viel schön Platz, ist aber in seinr Villa quasi lebendig begraben.

Wir überlegten schon verzweifelt, wie man aus so einer völlig verbauten Wohnung noch etwas machen könnte, immerhin waren Küche, Wohn- und Essbereich recht geräumig, auch der Balkon war nicht schlecht. Wie man es drehte und wendete, es waren einfach zu viele Bäder, die zuviel Platz wegnehmen. Und die Wände sind auch noch alle recht dick, nichts mit Trockenbauwand, die kaum Platz wegnimmt. Die gleiche Wohnung mit nur einem Badezimmer weniger hätte schon gereicht. Gabs aber nicht. Und dann viel uns die Denkfalle auf, in die wir getappt sind…

…Wenn man nur EIN Hauptbadezimmer braucht (Gästebad gibt es sowieso noch, nur eben ohne Dusche oder Badewanne), dann muss man nach Wohnungen mit nur EINEM ausgewiesenem Schlafzimmer schauen. Die gibt es übrigens ebenfalls mit so um die 90-100 Quadratmeter Grundfläche. Nur eben mit ein paar Wänden und einem kompletten Badezimmer weniger. Also unterm Strich viel viel mehr Nutzfläche. Und günstiger sind sie auch noch. Außerdem ist bei diesen Wohnungen das Schlafzimmer ausreichend groß, um außer einem Bett noch Nachtschränkchen und Kleiderschrank unterbringen zu können. Die bereits integrierten Einbauschränke sind nämlich sehr unzureichend als Stauraum und meistens völlig unvorteilhaft platziert.

Im Endeffekt geht es uns lediglich darum, einen gewissen Platz in der Wohnung zu haben. Da machen ein paar Wände und Badezimmer weniger bei gleicher Grundfläche so einiges aus. Und wie man das Ganze dann aufteilt und einrichtet, bleibt dann völlig unserer eigenen Fantasie überlassen. Und davon haben wir wahrlich genug!

Also liebe Freunde und Familie, die uns mal besuchen kommen möchten, ihr werdet dann vielleicht kein eigenes Zimmer mit integriertem Bad zum schlafen haben, dafür haben wir aber dann eine sinnvoll aufgeteilte Wohnung. Und das ist es doch, worauf es ankommt!

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Wie man in den Wald hinein ruft…

Es war eine Weile ruhig hier in meinem Blog. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer davon ist, dass ich mich hier nach einem Jahr so eingelebt habe, dass ich häufig nicht mehr direkt daran denke, welche Art meiner Erlebnisse hier im täglichen Leben interessant für meine deutschen Leser sein könnten. Dabei gibt es so viele kleine und größere Unterschiede! Jetzt, wo unser Deutschlandurlaub unmittelbar bevor steht, denke ich wieder verstärkt darüber nach. Ich spüre deutlich, dass ich mich zwar unheimlich darauf freue, Freunde und Familie wieder zu sehen, nicht aber auf das Land selber. Was ist es also, was den Unterschied macht? Das Wetter ist ein Grund, aber nicht der ausschlaggebende. Es ist viel mehr die ganz normale zwischenmenschliche Interaktion im Allgemeinen.

“Wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es hinaus!” Diesen Satz habe ich in meiner Kindheit oft gehört. Bist du freundlich zu anderen, sind sie es auch zu dir. Bist du es nicht, brauchst du es auch nicht von anderen zu erwarten. Einfache Dynamik. Und hier funktioniert sie wunderbar. Egal ob es der Laden um die Ecke ist oder eine amtliche Behördenstelle wie zum Beispiel die Grenzposten. Geduld und Freundlichkeit zählen unwahscheinlich hoch. Ich habe hier oft beobachtet, dass ungeduldige und unfreundliche Leute auch entsprechend behandelt werden. Dann dauert es länger oder es tauchen plötzlich “Probleme” irgendwelcher Art auf, die den gewünschten Vorgang verzögern. Sobald man aber freundlich grüßt, geduldig wartet, freundlich lächelt, geht auch alles seinen Gang. Es ist hier eher die Seltenheit, dass Freundlichkeit mit Schrulligkeit irgendeiner Art beantwortet wird. Hierzu ein paar kleine Beispiele:

Grenzposten an der Emiratisch Omanischen Grenze. Seit einer Weile haben die Beamten dort ein (scheinbar immer noch nicht gelöstes) Problem mit der Erfassung der neuen Deutschen Pässe. Jedesmal stürzt das System ab, wenn sie versuchen, die Passnummer einzugeben. Da ich alle fünf Wochen dort bin, kennen mich die Grenzposten mittlerweile. Trotz dieser Probleme bin ich bei den letzten Malen immer sehr schnell durch die Prozedur gekommen. Ein bischen freundlich über die Wetterunterschiede zwischen Al Ain und Abu Dhabi unterhalten, nach kurzer Zeit meine Stempel bekommen. Manchmal treffe ich an der Grenze auf andere Deutsche. Einmal hatte ich eine Dame aus einer Deutschen Seniorenreisegruppe vor mir, ebenfalls neuer Pass, gleiches Problem. Nichts ging. Sie hatte die Dame hinter dem Schreibtisch weder gegrüßt noch sonst irgendwas, sie konnte auch kein Wort Englisch. Ein Dolmetscher – vermutlich der Reiseleiter – versuchte zu vermitteln. Die Deutsche Dame beschwerte sich lauthals, fluchte recht unanständig und auch ohne entsprechende Sprachkenntnisse konnte die Grenzbeamtin recht deutlich eine nicht gerade freundliche Stimmung wahrnehmen. Die Beamtin unterbrach ihre Versuche mit dem Pass der Dame und winkte mich vor. Ein paar freundliche Worte und ich bekam meine Stempel bereits nach ihrem dritten Versuch, mich ins System einzugeben. Ich bin mir sehr sicher, das Systemproblem bestand weiterhin, sie kannte mich schlichtweg bereits und mochte mich, da ich immer freundlich und geduldig war. Der Reisebus der Deutschen wartete übrigens immer noch am selben Grenzposten, als ich von der Omanischen Seite zurück kam und wieder in die Emirate “einreiste”.

Hotelpersonal. Auch hier macht es viel aus, wie man auf die Leute reagiert. Ein schichter Gruß und die Standardfrage nach dem Befinden schafft gleich eine andere Atmosphäre. Alleine das Grüßen mit einem Lächeln bewirkt, dass die Leute immer ein strahlendes Lächeln und einen Gruß übrig haben. Gerade was die Leute vom Zimmerservice betrifft, denn diese werden oft komplett ignoriert. Ich unterhalte mich gerne mit ihnen. Die meisten kommen aus Pakistan, Indien, Bangladesh und den Philipinen. Dadurch habe ich bereits eine Menge über die Herkunftsländer erfahren können. Und bei uns finden sich öfter mal zwischendurch eine Obstschale oder/und eine größere Menge Wasserflaschen als gewöhnlich ein. Letztens hat mich der Hotelchef unseres ersten Hotels hier in der Stadt abgepasst, er ist mir um die 600 Meter hinterher gelaufen, bis er mich erwischt hat. Er hat sich gefreut, mich wieder zu sehen und mich gleich auf einem Kaffee im alten Hotel eingeladen. Wir haben uns eine Ganze Weile gut unterhalten, es war ein schöner Nachmittag 🙂

Auch in den von mir öfter besuchten Läden des täglichen Bedarfs werde ich mittlerweile von den meisten Angestellten schon von weitem überschwenglich begrüßt und auf einen Schwatz eingeladen. Ich nutze das manchmal bewusst als Stimmungsheber, wenn ich wegen irgendetwas in gedrückter Laune bin. Dann gehe ich raus, besuche meine üblichen Orte. Wenn die Leute mich mit einem Lächeln begrüßen, einen Schwatz übers Wetter halten, sich schlicht darüber freuen, dass man mal vorbei schaut, dann geht es einem gleich wieder viel besser 🙂

Kleine Beispiele aus dem alltäglichen Leben. Nichts Großes, aber mit einer großen Wirkung unter Strich, wenn man offen dafür ist. Bei unserem letzten Besuch in Deutschland war es ein absoluter Kulturschock, als wir in Frankfurt ankamen. Das Flughafenpersonal war unfreundlich, schrullig, rau. Ein freundlicher Gruß führte zu – nichts, außer dass man verdächtig beäugt wurde. Auf sämtlichen Behörden, in vielen Läden und auch an Orten wie Arztpraxen war es nicht anders. Freundlichkeit schien irrelevant, man hatte immer das Gefühl irgendwie zu stören…

Auch wenn ich in jüngeren Jahren nicht wirklich verstanden habe, warum meine Eltern einen so großen Wert auf freundliche Umgangsformen legten, wenn sie doch kaum jemanden sonst zu interessieren schienen, bin ich sehr froh, dass ich diese Werte dennoch verinnerlicht habe. Hier, wo das Prinzip “Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es hinaus” tatsächlich funktioniert, macht es den Alltag um längen reicher. Kleine Sache, große Wirkung 😉

In diesem Sinne noch einen schönen Tag!

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