{"id":316,"date":"2013-11-24T07:11:10","date_gmt":"2013-11-24T03:11:10","guid":{"rendered":"http:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/?p=316"},"modified":"2014-06-09T07:39:10","modified_gmt":"2014-06-09T03:39:10","slug":"wie-kommt-man-am-besten-durch-die-wueste-na-mit-dem-kanu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/wie-kommt-man-am-besten-durch-die-wueste-na-mit-dem-kanu\/","title":{"rendered":"Wie kommt man am besten durch die W\u00fcste? &#8211; Na mit dem Kanu!"},"content":{"rendered":"<p>Zumindest w\u00e4re ein Kanu letzten Donnerstag die bessere Wahl f\u00fcr den Weg von Abu Dhabi nach Al Ain gewesen. Heftige Regenf\u00e4lle verwandelten die Stra\u00dfen regelrecht in Wadis. Und meine Freunde und ich mitten drin. Warum? Wir brauchten ein neues Visum, was man als Eurp\u00e4er (in dem Fall eine Britin und ich) am einfachsten bekommt, indem man einen Spaziergang \u00fcber die emiratisch-omanische Grenze macht. Und meine Freundin war bereits am letzten Tag ihrer Visag\u00fcltigkeit angekommen. Eine kleine Geschichte \u00fcber eine abenteurliche Fahrt&#8230;<\/p>\n<p><em>Es ist Donnerstag fr\u00fch 7:00 Uhr, mein Mann und ich stehen in der Hotellobby und schauen fassungslos durch die Glasfensterfront nach drau\u00dfen, w\u00e4hrend der Bellboy unser Auto vorf\u00e4hrt. Es st\u00fcrmt und gie\u00dft in Str\u00f6men, blitzt und donnert. Tolles Wetter f\u00fcr einen Ausflug in die W\u00fcste, denke ich. <\/em><\/p>\n<p><em>Regen kommt hier eher selten vor, wenn &#8211; dann nur sehr kurz. Heute sollte das aber anders sein. Schon die Fahrt aus der Innenstadt heraus zieht sich ewig, die Stra\u00dfen schmierig glatt durch das Gemisch aus Wasser und Sandstaub, den der Regen aus der Luft w\u00e4scht. Die meisten hier sind es nicht gew\u00f6hnt bei Regen zu fahren. Der Verkehr zieht sich tr\u00e4ge dahin, \u00fcberall klingen die Sirenen der Unfallpolizei. Wir haben in sofern Gl\u00fcck, dass auf unserem Weg raus aus der Stadt noch kein Unfall die Stra\u00dfe blockiert, Durchschnittsgeschwindigkeit 40 km\/h auf der Stadtautobahn. Wir sind auf dem Weg in nach Shamkha, eine der Trabantenst\u00e4dte von Abu Dhabi, wo ich in ein anderes Auto zu Freunden wechseln werde, w\u00e4hrend mein Mann dort in der N\u00e4he seine Baustelle hat. Die Sichtverh\u00e4ltnisse auf den Stadtautobahnen sind gleich null, die Scheibenwischer kommen kaum gegen den Platzregen an, der sich mehr und mehr mit Sand mischt und eine schmierige Schicht auf den Autoscheiben hinterl\u00e4sst. Nicht zuschaffende Schwerstarbeit f\u00fcr die Wischbl\u00e4tter. Kurz vor der Abfahrt Shamkha setzt dann auch noch richtig Sandsturm ein, nur mit M\u00fche finden wir den richtigen Abzweig. Dann am ersten Kreisverkehr nach einem am Rand geparkten wei\u00dfen Auto im Sandsturm Ausschau halten. Suchbild. Wir fahren Schrittgeschwindigkeit, bis vielleicht zehn Meter vor uns am Rand Warnblinker zu erahnen sind. Vorsichtig fahren wir rechts ran an die Blinker &#8211; ja, es ist das richtige Auto. Ich wechsle \u00fcber zu meinen Freunden.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Fahrer, ein Emirati, ist aufgeregt. Er ist es nicht gew\u00f6hnt, im Regen zu fahren. Er sagt mir, der Regen hier ist f\u00fcr gew\u00f6hnlich nach ein paar Minuten wieder durch. Normalerweise f\u00e4hrt man dann einfach nicht. Zu viele Unf\u00e4lle, weil kaum einer Erfahrungen hat, auf sandnassen Stra\u00dfen zu fahren. An diesem Tag regnet es allerdings schon seit Stunden. Langsam suchen wir uns den Weg durch das Wirrwarr der gro\u00dfen Stadtautobahnen, Schilder lesen ein Ding der Unm\u00f6glichkeit. Manche fahren ohne Licht, ein Unding wenn man bedenkt, dass die Sichtweite kaum nennenswert ist. <\/em><\/p>\n<p><em>Auf der Autobahn Richtung Al Ain l\u00e4sst der Sandsturm nach, nicht aber der Regen. Es ist eher eine Wasserwand, die vom Himmel f\u00e4llt als alles andere. Die Stra\u00dfe verwandelt sich in einen heftigen Fluss. Wir M\u00e4dels reden beruhigend auf den Fahrer ein. Ganz langsam fahren, dann dauert es zwar ewig, aber wir kommen an. Im Gegensatz zu den vielen anderen, die zerbeult am Rand stehen und auf die Polizei warten, die sich allerding gelegentlich auch unter den Unfallwagen befindet. Es dauert nicht lange und wir fahren im Schrittempo auf dem Standstreifen, alle mit Warnblinkanlage am laufen. Links von mir drei freie Fahrspruhren. Ich frage, warum wir am Rand fahren, wo sich das Wasser an den \u00fcber lange Strecken geschlossenen Betonleitplanklen sammelt. Deswegen, sagt mir der Fahrer, und deutet nach links. Ein gro\u00dfer SUV braust an uns ohne Licht vorbei, ein Einheimischer der wohl etwas zu sehr auf das tr\u00fcgerische Sicherheitsgef\u00fchl seines Pathfinders vertraut. Wom\u00f6glich ist genau er es, den wir einige Zeit sp\u00e4ter zerbeult am Rand sehen. Immer mit der Dummheit anderer rechnen. <\/em><\/p>\n<p><em>Selbst bei Schrittgeschwindigkeit ger\u00e4t unser Wagen immer wieder ins Schlingern. Umkehren keine Option, das Visum meiner Freundin ist nur noch heute g\u00fcltig. Nach einer Stunde haben wir die ersten 30 Kilometer geschafft, 100 liegen noch vor uns. Wir parken zusammen mit einigen anderen Autos unter der n\u00e4chsten Br\u00fccke am Autobahnrand. Die Stra\u00dfe hat sich mittlerweile in einen rei\u00dfenden Fluss verwandelt. Ein Boot w\u00e4re besser gewesen, da sind wir uns einig. Vergebliches Warten auf eine Auflockerung des Regens. Der Fahrer erz\u00e4hlt mir, so einen ausgiebigen und langanhaltenden Regen h\u00e4tte er Zeit seines Lebens in den Emiraten noch nicht erlebt. Es sei eine absolute Erfahrung, bei solch einem Wetter fahren zu m\u00fcssen. <\/em><\/p>\n<p><em>Im Radio h\u00f6ren wir, das in den gesamten Emiraten die Stra\u00dfen geflutet sind, Schulen haben geschlossen, Busse fahren nicht. Wir haben auch noch keinen einzigen der \u00fcblichen Busse gesehen, die zwischen Al Ain und Abu Dhabi normalerweise unterwegs sind. Daf\u00fcr jede Menge Unf\u00e4lle und Polizei. Der Regen flutet die Stra\u00dfen hier vor allem dadurch so schnell, dass kein Drainagesystem vorhanden ist. Wozu braucht man auch mitten in der W\u00fcste eine Kanalisation entlang der Stra\u00dfen, wenn es nur eine Hand voll Male im Jahr zu heftigen, aber kurzen Regenschauern kommt. Die Stra\u00dfen laufen zwar in k\u00fcrzester Zeit voll, trocknen aber genauso schnell wieder, sobald der Regen aufgeh\u00f6rt hat. Nicht an diesem Tag. Es regnet, nein es sch\u00fcttet vielmehr kontinuierlich weiter. Wir machen eine Menge Witze, sch\u00fctteln unsere K\u00f6pfe \u00fcber die immer mal wieder vorbei kommenden, sich permanent selbst \u00fcbersch\u00e4tzenden Einheimischen, die wir an diesem Tag nur all zu oft wenig sp\u00e4ter am Rand gestrandet wieder sehen. <\/em><\/p>\n<p><em>Witzige Momentaufnahme: Ein gro\u00dfer Polizei SUV mit Stahlkuhf\u00e4nger vorne dran parkt am Rand, drei Meter vor ihm ein Auto mit komplett gleichm\u00e4\u00dfig eingebeultem Heck. Interessanterweise auf genau der H\u00f6he eingebeult, in der sich der Kuhf\u00e4nger des Polizeiwagens befindet. An sonsten kein weiterer Unfallwagen im Umkreis von 200 Metern.\u00a0 Was wird hier wohl passiert sein, fragen wir uns lachend. Nach ca. 200 Metern steht wieder ein PKW am Rand mit ebenfalls gleichm\u00e4\u00dfig eingedelltem Heck. Kein anderes Auto in der N\u00e4he. Jetzt wird es mystisch. Wir spinnen uns Theorien zusammen, was da passiert sein k\u00f6nnte. Zeit genug haben wir. Es geht nur wahnsinning langsam durch dem sandschlammigen Stra\u00dfenwadi voran. Wir hoffen inst\u00e4ndig, dass der Regen bis zur Grenze bei Al Ain nachl\u00e4sst, denn wir k\u00f6nnen die Grenze nicht mit dem Leihwagen \u00fcberqueren und haben ein St\u00fcck durch die W\u00fcste zu laufen. Hoffen und Bangen, es wird einfach nicht heller. Unser Fahrer h\u00e4lt sich einfach nur Klasse, schlie\u00dfendlich erreichen wir Al Ain nach etwa zweieinhalb Stunden. Die ersten 100 Kilometer sind geschafft. <\/em><\/p>\n\n<p><em>In Al Ain selber lichtet sich der Regen etwas, genau in Richtung Grenze sehen wir eine etwas hellere Stelle am sonst so dunklen Wolkenhimmel. S\u00e4mtliche Kreuzungen und Kreisverkehre stehen komplett unter Wasser. Eine Riesensauerei entsteht, wenn sich gerade die gro\u00dfen SUVs da durchwurschteln und es nach allen Seiten bis sonst wohin spritzt. Der Regen ist hier nicht mehr ganz so starkt. L\u00e4sst immer mal wieder nach bis es nur noch nieselt, wird immer mal wieder etwas mehr. Wir bangen weiter. Nach insgesamt knapp drei Stunden erreichen wir endlich die Grenze, haben gerade mal 130 Kilometer im Gesamten zur\u00fcck gelegt. <\/em><\/p>\n<p><em>Auf dem R\u00fcckweg hat der Regen &#8211; Allah sei Dank &#8211; endlich gestoppt. Schon die Kreuzungsen in Al Ain sind kaum wieder zu erkennen, das Wasser ist bereits zum gr\u00f6\u00dften Teil verschwunden, hat allerdings eine h\u00e4ssliche Dreck- und Sandschicht hinterlassen. Die R\u00fcckfahrt verl\u00e4uft problemlos, nur noch kurze Schauer tauchen gelegentlich auf, w\u00e4hrend wir uns Abu Dhabi n\u00e4hern. Und dann bekommen wir eine wundervolle Entsch\u00e4digung f\u00fcr die nervenaufreibende Hinfahrt. Der Regen war lange und heftig genug, um nicht nur den Sand aus der Luft zu sp\u00fclen, er hat auch gleich die vielen Tower der Hauptstadt wunderbar sauber gewaschen. Die Sonner bricht durch, die Tower gl\u00e4nzen fantastisch und spiegeln das Sonnenlicht, \u00fcber der Skyline von Reem Island entsteht ein wunderbar kitschigsch\u00f6ner riesiger Regenbogen. Wir \u00f6ffnen alle Autofenster und genie\u00dfen die frische sauber gewaschene Luft. Zu Hause&#8230;<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Die Reise war wirklich eine absolute Erfahrung f\u00fcr uns drei. Nebenbei gemerkt habe ich auf der Hinfahrt mehr Polizeiwagen gesehen als in den gesamten sechs Monaten unserers ersten Aufenthaltes hier. Bei einem solchen Wetter Auto zu fahren, ist wirklich nicht die beste Idee, allerdings hat unser Freund das hervorragend gemeistert. Wir sind heil angekommen im Gegensatz zu vielen anderen an diesem Tag, und unser Freund hat entdeckt, dass er auch bei Mistwetter ein guter Fahrer sein kann. Wenn das Problem mit dem abgelaufenem Visum nicht bestanden h\u00e4tte, h\u00e4tte uns alle um nichts in der Welt etwas aus dem Haus bewegt bei dem Wetter. Zumal selbst der Vorgarten unserer Freunde ein ganzes St\u00fcck unter Wasser stand&#8230;<\/p>\n<p>Was meine Freundin und ich an der Grenze erlebt haben, ist eine andere Geschichte, versprochen f\u00fcr das n\u00e4chste Mal. Diesmal gab es n\u00e4mlich einen Visarun mit Hindernissen&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/avatarK.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-237 alignleft\" alt=\"avatarK\" src=\"https:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/avatarK-150x150.jpg\" width=\"90\" height=\"90\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zumindest w\u00e4re ein Kanu letzten Donnerstag die bessere Wahl f\u00fcr den Weg von Abu Dhabi nach Al Ain gewesen. Heftige Regenf\u00e4lle verwandelten die Stra\u00dfen regelrecht in Wadis. Und meine Freunde und ich mitten drin. Warum? 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