{"id":527,"date":"2014-01-25T10:41:13","date_gmt":"2014-01-25T06:41:13","guid":{"rendered":"http:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/?p=527"},"modified":"2014-01-25T10:41:29","modified_gmt":"2014-01-25T06:41:29","slug":"arabische-gastfreundschaft-eine-unglaubliche-erfahrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/arabische-gastfreundschaft-eine-unglaubliche-erfahrung\/","title":{"rendered":"Arabische Gastfreundschaft &#8211; eine unglaubliche Erfahrung!"},"content":{"rendered":"<p>Wir haben letztens einen sehr interessanten Emirati kennen gelernt. Ingenieur und Erfinder, Bastler und T\u00fcftler, ein vielgereister, gebildeter und weltoffener Mensch. Wir haben uns sofort verstanden und einige interessante Gespr\u00e4che gef\u00fchrt. Schnell folgte eine Einladung. Er erz\u00e4hlte uns auch von seiner Schwester, die in Deutschland gelebt hat und auch etwas Deutsch spricht. Sie lernten wir am Telefon kennen, als sie uns ebenfalls eine Einladung ausprach. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man eine Arabische Einladung annimmt, nachdem sie mindestens dreimal ausgesprochen wurde. Die Geschwister haben dreimal angefragt, also haben wir die Einladung angenommen \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Wir haben einen Tag ausgemacht, von einer Uhrzeit wollten sie nichts wissen. Wenn wir da sind, sind wir da. Ganz einfach. Also gab ich als Richtwert &#8220;nachmittags&#8221; an. Das Zeitverst\u00e4ndnis hier ist ein v\u00f6llig anderes. Sehr gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig f\u00fcr uns Deutsche, zumal es hier zum guten Ton geh\u00f6rt, etwas sp\u00e4ter als abgemacht aufzutauchen. Zeit spiel keine \u00fcbergeordnete Rolle, sie ist einfach da. Man hat sie einfach. Wenn man sich darauf einl\u00e4sst, kann es auch etwas entspannendes haben \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Neugierig auf unsere Gastgeber machten wir uns gestern auf den Weg in einen kleinen Wohnort zwischen Abu Dhabi und Dubai. Ein typischer Wohnort im Emirat Abu Dhabi &#8211; eine sauber geplante Ansammlung Arabischer Villen, eine Schule, Moschee und ein paar kleine L\u00e4dchen f\u00fcr das n\u00f6tigste, an sonsten W\u00fcste wohin das Auge reicht. Die farbenfrohen Bepflanzung der Vorg\u00e4rten leuchten intensiv in dieser Umgebung. \u00dcberall kleine Springbrunnen, gezwitscher von Sittichen aller Art, ruhiger Kleinstadtflair. Hier passiert f\u00fcr gew\u00f6hnlich nicht viel, es gibt nicht viel Abwechslung. Dadurch war unser Besuch scheinbar ein echter H\u00f6hepunkt auch f\u00fcr die Schwester und Mutter unseres neuen Freundes.<\/p>\n<p>Wir bekamen erst einmal eine Exclusivf\u00fchrung durch das Familienanwesen. Vier Villen, zwei davon vermietet, eine f\u00fcr Mutter und Schwester, eine f\u00fcr unseren Freund. Die Villa unseres Freundes ist eine Art kreatives Chaos aus jeder Menge Werkzeug und Bastelzeug aller Art, Konstriuktionen und Maschinen, an denen er baut und viele viele andere Dinge, darunter auch zwei Boote. Nichts, was es nicht gibt, wenn man etwas konstruieren und bauen m\u00f6chte. Das Haus der Mutter hingegen war wie eine Mischung aus Museum und M\u00e4rchen aus 1001er Nacht. Der Arabische Einrichtungsstil ist sehr interessant und hat durchaus seinen eigenen Charme. Wohnzimmerbereiche mit gro\u00dfen Sofagarnituren und Couchtischen voller dekorativer Gegenst\u00e4nde gab es gleich mehrere, nat\u00fcrlich alle auch mit riesigen Fernsehern. Zwischen Sofas mit vergoldeten und verziehrten Holzk\u00f6rpern und rotem Samtbezug wirkt ein Hochmoderner Flachbildfernseher durchaus sehr interessant. Die riesigen Krohnleuchter machen sich gut, wenn die Stubendecke zwei Stockwerke hoch ist \ud83d\ude42 Insgesamt waren es drei Stockwerke mit jeder Menge Schlafzimmer, die wie hier \u00fcblich alle mit eigenem Badezimmer versehen sind.<\/p>\n<p>Mutter uns Schwester haben uns so herzlich empfangen, sie waren auf uns mindestens genauso neugierig wie wir auf sie. Die Schwester freute sich auch sehr, endlich mal wieder Deutsch sprechen zu k\u00f6nnen, Englisch spricht sie nicht. Daf\u00fcr spricht unser Freund Englisch, die Mutter nur Arabisch. Das Sprachmix aus Arabisch, Deutsch und Englisch war sehr interessant, irgendwer hat immer f\u00fcr einen anderen \u00fcbersetzt. Die Mutter war so gut mit Mimik und Gestik, dass wir ihr teilweise auch ohne \u00dcbersetzung folgen konnten. Einfach herrlich! Schnell wurde klar, dass wir nicht vor dem Abendessen gehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mutter und Schwester waren mit den Vorbereitungen f\u00fcr das Abendessen besch\u00e4ftigt, unser Freund nahm uns solange mit zu einem Farmbesuch. Bei der Erw\u00e4hnung einer &#8220;Farm&#8221; dachte ich zuerst an eine der hier sehr verbreiteten Kamelfarmen, nicht aber an eine recht gro\u00dfe Gem\u00fcsefarm mit Schafen und H\u00fchnern mitten in der W\u00fcste! Quasi ein richtiger Bauernhof mitten in der W\u00fcste mit eigener Zisterne f\u00fcr die Bew\u00e4sserung (sogar mit Fischen), jeder Menge Salat-, Gem\u00fcse- und Wurzelwerkfelder, Dattelpalmen selbstverst\u00e4ndlich und ein Gatter mit Schafen sowie einem H\u00fchnerstall. Ein Gartenh\u00e4uschen f\u00fcr die Mutter mit K\u00fcche und Bad und dem obligatorischen Wohnbereich mit gro\u00dfer Sofagarnitur samt Fernseher war auch vorhanden. Selbstverst\u00e4ndlich gab es auch eine Arbeitscrew dort. Die Bel\u00fcftungssysteme der gro\u00dfen Gew\u00e4chsh\u00e4user waren Entwicklung und Eigenbau unseres Freundes. Das Bew\u00e4sserungssystem f\u00fcr die Felder ist schier unglaublich. Einzig Wasser ist n\u00f6tig, um dem Sandboden so viel Leben abzugewinnen! Unser Freund lie\u00df uns zwei Kartons voll Gem\u00fcse von den Angestellten ernten, die Maiskolben holte er selber vom Feld. Alles ganz frisch, das bekommt man hier nicht im Laden. Da hier fast alles importiert wird, was im Supermarkt landet, war bereits alles einmal eingefrohren. F\u00fcr Gem\u00fcse bedeutet das, dass es sich nach dem Auftauen nicht sehr lange h\u00e4lt. Was wir aber von unserem Freund bekommen haben, k\u00f6nnte frischer nicht sein und d\u00fcrfte sich problemlos halten, bis wir alles aufgebraucht haben! Einen Riesenberg Lauchzwiebeln, Maiskolben, Rettich, ein Gem\u00fcse, dessen Namen wir noch herausfinden m\u00fcssen und jede Menge interessant geformter Auberginen. Ich wusste gar nicht, dass Auberginen Dornen haben k\u00f6nnen. Entweder sie werden entfernt bevor die Auberginen verkauft werden, oder aber es liegt an der speziellen Sorte. Ich werde das mal herausfinden. In jedem Fall sind sie eines der wichtigsten Gem\u00fcse der Arabischen K\u00fcche und man kann eine Menge damit anstellen. Wir haben genug davon, um so einiges damit auszuprobieren!<\/p>\n<p>Das Abendessen war sehr interessant! Mir war es aufgrund meiner Glutenunvertr\u00e4glichkeit bisher noch nicht m\u00f6glich, ein Arabisches Restaurant zu besuchen und mir die Arabische K\u00fcche etwas genauer zu Gem\u00fcte zu f\u00fchren (die meisten haben keine Ahnung, was Gluten ist, backen aber ihr Brot mit Weizenmehl. Gefahr f\u00fcr mich ;)). Die Frauen haben traditionell gekocht und nur frische Grundzutaten verwendet. Das einzige, was ich nicht essen konnte, waren die mit K\u00e4se gef\u00fcllten frittierten Teigtaschen. Die Mengen waren f\u00fcr eine ganze Kompanie! Ein Arabisches Gericht besteht aus einem gro\u00dfen Berg Reis mit gebratenem oder gekochtem Fleisch garniert. Und mit &#8220;gro\u00dfer&#8221; Berg Reis meine ich auch GROSS! Wir hatten zwei Hauptgerichtplatten. Das eine war ein Reis mit gr\u00fcnen Bohnen, jeder Menge Dill (grandioser Geschmack) und gekochtem Lammfleisch. Das ander war eine Art Curryreis mit gebratenen halben H\u00fchnern oben auf. Dazu gab es jede Menge frischen Salat, die mit K\u00e4se und Gem\u00fcse gef\u00fcllten Teigtaschen und als Dessert selbstgemachte Pralinen aus Dattelfleisch in Sesamk\u00f6rnern. Ich liebe die Dinger!<\/p>\n<p>Etwas gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig war f\u00fcr mich, dass Mutter und Tochter separat in der K\u00fcche gespeist haben. Unser Freund ist nicht religi\u00f6s, ihm w\u00e4re das v\u00f6llig egal. Schwester und Mutter haben sich aber selbst f\u00fcr eine sehr traditionelle Lebensweise entschieden. Da Essen die Frauen getrennt von den M\u00e4nnern und G\u00e4sten. Ich bin nach dem Essen einfach zu den M\u00e4dels in die K\u00fcche mit verschwunden. Es kam noch eine Nachbarin zu Besuch, die Unterhaltung war sehr herzlich. Schon nach kurzer Zeit f\u00fchlte es sich so an, als w\u00fcrden wir wie selbstverst\u00e4ndlich mit dazu geh\u00f6ren und nicht wie gerade frisch kennen gelernt. Der Graupapagai am Eingang wollte auch gelegentlich mit diskutieren. Es gab nach dem Essen noch schwarzen starken Tee, das hiesige Equivalent zum Espresso danach \ud83d\ude09 Dann mussten wir uns schweren Herzens verabschieden, da mein Mann heute wieder arbeiten muss und somit die Nacht zeitig zu Ende ist. Wir sind herzlich eingeladen, gerne immer wieder zu kommen.<\/p>\n<p>Es war ein wundervoller Tag voller neuer Eindr\u00fccke! Die Gastfreundschaft und Offenheit der Menschen hier ist einfach Wahnsinn! Die Erfahrung eines traditionellen Arabischen Abendessen war f\u00fcr mich auch ein absoluter H\u00f6hepunkt, der Farmbesuch mehr als nur interessant, wenn man bedenkt, was man lediglich mit Hilfe eines guten Bew\u00e4sserungssystems dem kargen Sandboden alles abringen kann!<\/p>\n<p>Es war einer dieser Tage und Begegnungen, nach denen man sich innerlich viel reicher f\u00fchlt \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Ma&#8217;a as-salama (Auf Wiedersehen)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/avatarK.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-237\" alt=\"avatarK\" src=\"https:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/avatarK.jpg\" width=\"120\" height=\"120\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben letztens einen sehr interessanten Emirati kennen gelernt. Ingenieur und Erfinder, Bastler und T\u00fcftler, ein vielgereister, gebildeter und weltoffener Mensch. 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