{"id":577,"date":"2014-05-22T10:23:37","date_gmt":"2014-05-22T06:23:37","guid":{"rendered":"http:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/?p=577"},"modified":"2014-06-09T07:38:06","modified_gmt":"2014-06-09T03:38:06","slug":"anreise-mit-hindernissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/anreise-mit-hindernissen\/","title":{"rendered":"Anreise mit Hindernissen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Wir sind endlich zur\u00fcck in Abu Dhabi. Nat\u00fcrlich lief wieder alles ganz anders als geplant. Der Deutschlandaufenthalt dauerte letztendlich drei Wochen l\u00e4nger als angedacht, somit konnten wir die sechsw\u00f6chige Schlechtwetterphase vollestens mitnehmen. Am Montag starteten wir endlich Richtung Frankfurt, ein letzter Abend mit Freunden in Offenbach, Dienstag fr\u00fch dann direkt zum Flughafen. Dachten wir uns zumindest so&#8230;<\/p>\n<p>Als wir Dienstag morgens das Auto beluden, kam ein freundlicher Herr aus der Nachbarschaft auf uns zu und fragte uns, ob sich denn jemand bei uns gemeldet h\u00e4tte. Etwas verwirrt fragten wir nach, wer warum das denn h\u00e4tte tun sollen. Der Herr erz\u00e4hlte uns, er hat beobachtet, wie ein junger Mann unseren Leihwagen gestreift hat. Jetzt fiel uns auch der Schaden an der Fahrerseite hinten links auf. Alles zerkratzt. Ein Anruf bei der Autovermietung ergab, wir m\u00fcssen nat\u00fcrlich direkt bei der Polizei Anzeige erstatten. Ein Anruf bei der Polizei ergab, sie schicken irgendwann jemanden vorbei, k\u00f6nnte aber dauern, wie lange genau w\u00fcssten sie nicht. Wir hatten aber keine Zeit zum Warten, wir wollten schlie\u00dflich unseren Flug nicht verpassen! Also fuhren wir direkt zum zust\u00e4ndigen Polizeirevier. Unsere Nerven lagen blank. Auf der Polizeiwache hie\u00df es zuerst, eine Unfallaufnahme w\u00fcrde mindestens eine Stunde in Anspruch nehmen, die hatten wir aber nicht mehr. Wir erkl\u00e4rten unsere Situation, zu unserem Gl\u00fcck hatte der freundliche Nachbar sich das Kennzeichen und die Automarke des T\u00e4ters notiert. Unfall mit Fahrerflucht, das wird wohl richtig \u00c4rger geben. Der f\u00fcr uns zust\u00e4ndige Polizist war zum Gl\u00fcck \u00fcberaus freundlich. Nachdem klar war, dass es sich bei unserem Fahrzeug um einen Leihwagen handelt und wir das Kennzeichen des Verursachers sowie Namen und Telefonnummer eines Zeugen vorweisen konnten, verk\u00fcrzte der Polizeibeamte die ganze Prozedur auf knappe 10 Minuten und w\u00fcnschte uns viel Erfolg beim Auswandern. Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck.<\/p>\n<p>Durch diese Verz\u00f6gerung kamen wir nat\u00fcrlich in den Berufsverkehr. Der Umstand, dass wir auf dem letzten St\u00fcck Autobahn wegen \u00dcberf\u00fcllung nur noch Schrittgeschwindigkeit fahren konnten, war nicht gerade zutr\u00e4glich f\u00fcr unsere ohnehin schon \u00fcberstrapazierten Nerven. Wir kamen trotzdem noch rechtzeitig an. Zum Gl\u00fcck reichte es der Leihwagenfirma, lediglich die ausgef\u00fcllte Unfallmeldung entgegen zu nehmen, alles andere kl\u00e4ren sie dann wohl selber mit der Polizei.<\/p>\n<p>Das Einchecken ging unerwartet schnell. die Anzahl der Passagiere hielt sich soweit in Grenzen, dass wir die verlorene Zeit fast wieder rausholen konnten, da es keine riesige Schlange am Schalter gab. Danach erstmal entspannen. Wir haben es p\u00fcnktlich ans Gate geschafft, der Flug ging ebenfalls p\u00fcnktlich. Sechseinhalb Stunden sp\u00e4ter landeten wir in unserer neuen Wahlheimat.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend unserer sechsw\u00f6chigen Abwesenheit wurde am Flughafen eine extra Flughafen-Taxiflotte eingef\u00fchrt. Im Gegensatz zu den normalen Taxen zwar teurer, daf\u00fcr aber richtig gro\u00dfe Vans, in denen man auch ordentlich viel Gep\u00e4ck auf einmal unterbringen kann. Ab zum Hotel. Diesmal hat die Firma wieder ein anderes und viel billigeres Hotel gebucht, unsere Erwartungen waren dementsprechend bereits eher niedrig angesetzt. Allerdings h\u00e4tten wir nicht erwartet, wie schlimm es wirklich war&#8230;<\/p>\n<p>Wir waren in Gedanken bereits schon h\u00fcbsch geduscht auf dem Weg ins Pub, als wir an der Hotellobby standen, daher nahmen wir nur am Rande wahr, wie erstaunt die Rezeptionisten auf unsere deutschen P\u00e4sse reagierten. Die Augen wurden riesig, dann strahlten sie uns an, als w\u00e4ren wir ein Wunder. Ab in den Fahrstuhl und in die richtige Etage. Als sich der Fahrstuhl wieder \u00f6ffnete, schlug uns bereits ein f\u00fcrchterlicher Gestank entgegen. Der Flurteppich war so stark verschmutzt, dass bei jeden Schritt Staubw\u00f6lkchen aufstoben. Ich hatte das Gef\u00fchl, \u00fcber einen lebenden Organismus zu trampeln. Schimmelflecken \u00fcberall. Das Zimmer war nicht besser. Bereits beim Betreten des Zimmers setzte bei mir der Reizhusten ein, keine zehn Minuten sp\u00e4ter hing ich am gekippten Fenster und habe einen allergischen Asthmaanfall inclusive Brechreiz erlitten. Mein Mann schaffte es noch noch, mir ein Antiallergikum zu verabreichen, danach brachte er mich fluchtartig wieder aus dem Geb\u00e4ude. So fluchtartig, dass alles Gep\u00e4ck im Zimmer blieb, lediglich seinen Reisepass hatte er sich noch schnell geschnappt.<\/p>\n<p>Es ist schon ironisch, wenn man an einer zu dieser Zeit \u00fcberf\u00fcllten dreispurigen Hauptstra\u00dfe den Reizhusten St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck wieder in den Griff bekommt. Selbst meinem Mann, den sonst nichts so leicht umhauen kann, haben die Augen extrem gebrannt nach den gerade mal zehn Minuten in dem Hotelzimmer, so stark war die Schimmelbelastung in der Luft. Und im Gegensatz zu mir ist er kein Allergiker. In dieses Geb\u00e4ude konnten wir um nichts in der Welt zur\u00fcck. Ich w\u00e4re vermutlich trotz Medikamente noch in der ersten Nacht erstickt.<\/p>\n<p>Als ich endlich wieder etwas besser Luft bekommen konnte, schnappten wir uns das n\u00e4chste Taxi und fuhren direkt zu dem Hotel, indem wir nahezu das letzte halbe Jahr verbracht haben. Dort war auch gottseidank ein Zimmer mit K\u00fcche f\u00fcr uns frei. Mein Reizhusten war noch so stark und mein Gesicht trotz Antiallergikum so verschwollen, dass mir die Rezeptionistin erst einmal besorgt warmes Wasser verabreichte und fragte, ob sie einen Arzt rufen solle. Sobald wir unsere Zimmerschl\u00fcsselkarten hatten, nahmen wir ein Taxi zur\u00fcck zu dem anderen Hotel, indem ja noch all unsere Sachen auf dem Zimmer waren, inclusive meines Reisepasses. Ich blieb im Taxi sitzen, w\u00e4hrend mein Mann das Gep\u00e4ck holte und die Reservierung stornierte. Das ging alles v\u00f6llig problemlos, die Leute dort waren nicht mal verwundert dar\u00fcber, wie fluchtartig mein Mann mich kurz zuvor aus dem Haus gebracht hat. Ein Angestellter brachte die schweren Reisetaschen zum Taxi, zeigte mir beide Daumen nach oben und begl\u00fcckw\u00fcnschte mich. Ich war noch zu sehr mit den Auswirkungen der Schimmel- und Pestizidattacke besch\u00e4ftigt, um seine Reaktion richtig einordnen zu k\u00f6nnen. Erst sp\u00e4ter wurde mir klar, warum er mir zur Flucht aus dem Hotel gratuliert hatte. Diese armen Angestellten k\u00f6nnen sich der Belastung dort gar nicht entziehen. Vielleicht haben sie die m\u00fcde Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Management etwas mehr in Sauberkeit und Wartung investiert, wenn die Leute sofort wieder gehen und eine Reservierung stornieren, die sonst einen ganzen Monat beinhaltet h\u00e4tte. Diese Angestellten haben mein vollstes Mitgef\u00fchl.<\/p>\n<p>Als wir mit dem Taxi wieder an unserem neuen bzw. vorherigen Hotel ankamen, war es dann schlie\u00dfendlich wirklich wie nach Hause kommen. Die einzigen Unterschiede sind, dass sich unser Studioapartment zwei Stockwerke h\u00f6her befindet und exakt spiegelverkehrt zu dem letzten ist. Endlich gro\u00dfe Erleichterung. Wir haben es geschafft, sind wieder zu Hause. Wie es aussieht, m\u00fcssen wir jetzt einen Teil der Hotelkosten selber tragen, weil die Firma auf einmal entschieden hat, dieses spezielle Hotel sei dann doch zu teuer, um noch einen weiteren Monat dort zu bezahlen, aber unser beider Gesundheit ist es uns in jedem Falle wert.<\/p>\n<p>Heute ist Donnerstag, die n\u00e4chsten drei Tage sind frei. Wochenende mit einem Feiertag. Die W\u00e4rme zeigt bereits ihre positiven Auswirkungen, wir sind entspannter. Die Uhren (soweit vorhanden) ticken wieder langsamer, die Haut wird bereits leicht dunkler, die erste Blase unter meinem Fu\u00df habe ich mir auch schon durch die Stadt spaziert, gestern waren wir schon auf einer kleinen Party eingeladen &#8211; wir sind endlich wieder zu Hause!<\/p>\n<p>Kleiner Spa\u00df am Rande: All unsere Sommerklamotten und unsere K\u00fcchenausstattung sind bei dem Chef meines Mannes hier eingelagert, der ausgerechnet jetzt kurzfristig eine Woche auf Dienstreise ist. Der Kollege, bei dem meine Leinw\u00e4nde unterstehen, ist ironischerweise im Lande und nicht wie gedacht im Auslandseinsatz. Zum Gl\u00fcck haben wir unsere Badesachen im Reisegep\u00e4ck dabei, alles andere findet sich schon&#8230; \ud83d\ude09<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/avatarK.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-237\" src=\"https:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/avatarK.jpg\" alt=\"avatarK\" width=\"120\" height=\"120\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind endlich zur\u00fcck in Abu Dhabi. Nat\u00fcrlich lief wieder alles ganz anders als geplant. Der Deutschlandaufenthalt dauerte letztendlich drei Wochen l\u00e4nger als angedacht, somit konnten wir die sechsw\u00f6chige Schlechtwetterphase vollestens mitnehmen. 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