{"id":632,"date":"2014-07-13T10:38:20","date_gmt":"2014-07-13T06:38:20","guid":{"rendered":"http:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/?p=632"},"modified":"2014-07-13T10:39:36","modified_gmt":"2014-07-13T06:39:36","slug":"zu-hause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/zu-hause\/","title":{"rendered":"Zu Hause!"},"content":{"rendered":"<p>Vor vier Wochen ging es um die Wurst. Unser Geldtransfer f\u00fcr die Jahresmiete dauerte ein paar Tage, sodass uns die n\u00e4chste Villa durch die Lappen ging. Unser Vermittler hat sich m\u00e4chtig ins Zeug gelegt f\u00fcr uns, um schnellen Ersatz zu finden. Kurz bevor das Geld endlich ankam, bekamen wir die gute Nachricht, es sei wieder ein g\u00fcnstiges Objekt f\u00fcr uns zu haben. Diesmal in dem von uns ohnehin bevorzugten Arabian Village. Das bekamen wir dann auch.<\/p>\n<p>Geld- und Schl\u00fcssel\u00fcbergabe fanden exakt vor vier Wochen statt. Wir hatten das Gl\u00fcck, den Eigent\u00fcmer kennen zu lernen. Ein sehr netter indischer Familienvater, dessen Arbeit ihn mit seiner Familie erst k\u00fcrzlich nach Dubai verschlagen hat. Anf\u00e4nglich wirkte er etwas unsicher uns gegen\u00fcber, entschuldigte sich mehrfach daf\u00fcr, dass das Haus nicht &#8220;Upper Class&#8221; sondern &#8220;nur Middle Class&#8221; sei. Mittelklasse bedeutet hier genau das gleiche wie in Deutschland. Nur so zum Vergleich. F\u00fcr uns war es sofort gro\u00dfartig. Das zur\u00fcckhaltende Verhalten unseres Eigent\u00fcmers uns gegen\u00fcber lie\u00df schnell den Schlu\u00df zu, dass er als Inder mit Leuten aus der westlichen Welt Erfahrung gemacht zu haben schien, die gewisse Komplexe ausl\u00f6sen. Das ist hier nichts neues, Vorurteile gibt es zu Hauf. W\u00e4hrend wir zusammen sa\u00dfen und die Feinheiten besprachen, fragte er mich, was ich denn so arbeite. Ich sagte ihm, ich w\u00fcrde malen. Versuchen, mir hier als K\u00fcnstler etwas aufzubauen. Interessanter Weise brach das sofort das interkulturelle Eis. Er erz\u00e4hlte uns von seiner Frau und Tochter, die beide an Kunstworkshops teinehmen und dass seine Tochter K\u00fcnstler verg\u00f6ttere. Wir haben uns noch eine ganze Weile \u00fcber alles m\u00f6gliche unterhalten, insgesamt einen guten Draht zueinander entwickelt. Es ist verflucht viel wert hier, wenn man sich gut mit dem Wohnungseigent\u00fcmer versteht. Wenn alles soweit fertig ist im Haus und unsere Umzugslieferung da ist, dann laden wir die Familie mal zum Grillen ein. Gemeinsames Grillen ist hier \u00fcberall eine Institution.<\/p>\n<p>Wir hatten es also geschafft, innerhalb eines Monats alles zu kl\u00e4ren. P\u00fcnktlich nach 30 Tagen Hotel zogen wir in unser neues zu Hause. Der Eigent\u00fcmer hat die Gartenm\u00f6bel hier gelassen, daher\u00a0 hatten wir einen Tisch, vier St\u00fchle und eine Hollywoodschaukel. Das nahm uns das erste Problem ab. Die Lieferzeiten f\u00fcr M\u00f6bel. Unsere neue Esstischgarnitur sollte erst eine Woche sp\u00e4ter kommen. Als Bett wollten wir zur \u00dcberbr\u00fcckung eine Luftmatratze nehmen, fanden dann aber ein Luftsofa, dass sich als riesiges Doppelbett ausklappen lie\u00df. Auf dem schliefen wir dann auch \u00fcber zwei Wochen, bis unser Schlafzimmer geliefert wurde. Die K\u00fcche war bereits m\u00f6bliert, lediglich die Gro\u00dfger\u00e4te fehlten. Bei denen war die Lieferzeit sehr kurz, daher hatten wir K\u00fchlschrank und Waschmaschine von Beginn an, der Geschirrsp\u00fcler kam ebenfalls recht schnell. Dem Geschirrsp\u00fcler habe ich nur so schnell zugestimmt, weil unsere Sp\u00fcle keinen St\u00f6psel hat und wir bis jetzt auch noch keinen passenden gefunden haben&#8230;<\/p>\n<p>Hier M\u00f6bel aussuchen ist schon etwas ganz besonderes. In den arabischen M\u00f6belh\u00e4usern gibt es wunderbare M\u00f6belst\u00fccke zu sehr g\u00fcnstigen Preisen, solange man den Platz daf\u00fcr hat und etwas nicht ganz so Pomp\u00f6ses finden kann. Ikea ist preislich hier nicht anders als in Deutschland, also hat man f\u00fcr h\u00f6here Preise schlechtere Qualit\u00e4t. Wenn man aber Lampen haben m\u00f6chte, die keine Kronleuchter oder bunte Stimmungslaternen sind, oder aber auch nur funktionelle Sachen wie Regale, dann kommt man um Ikea nicht herum. Oder aber einen Herd mit Induktionskochfeld, der nicht \u00dcbergr\u00f6\u00dfe hat, sondern den normalen Einzelger\u00e4ten entspricht. Der Herd kommt in zwei Wochen im Standard 60x60cm Einbauschrank. Bis dahin kochen wir auf einem separaten Zweier-Induktionsfeld. Au\u00dfer dem Herd erwarte ich jetzt noch meine hei\u00df ersehnte Arbeitszimmereinrichtung. Die kommt im Laufe der Woche St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck ins Haus. Die ersten Bilder sind auch schon an den W\u00e4nden. So langsam wird es!<\/p>\n<p>Was bis jetzt noch nicht geklappt hat, ist das Internet. Vor fast vier Wochen beantragt wurde uns gesagt, es dauere ca. 3 bis 5 Tage, bis ein Techniker anruft und vorbei kommt. Wohl eher Wochen. Was uns keiner sagte, der lokale Anbieter hat vor kurzem alle seine Techniker entlassen und diesen Bereich einer anderen Firma \u00fcbertragen. Seitdem l\u00e4uft nichts mehr. Nachdem wir das jetzt nach unz\u00e4hligen Beschwerdeanrufen herausgefunden hatten, haben wir uns dann doch entschieden, mein Handy mit einem entsprechenden Datenpacket auszustatten, dass wir es vorerst als Modem benutzen k\u00f6nnen. Immerhin sind wir schon in der zweiten H\u00e4lfte vom Ramadan, dem islamischen heiligen Fastenmonat, da passiert ohnehin nicht mehr viel. Uns so k\u00f6nnen wir wenigstens wieder mit der Welt kommunizieren.<\/p>\n<p>Die internetlose Zeit haben wir auf jeden Fall gut genutzt. Es sieht schon sehr wohnlich aus hier, auch wenn uns noch jede Menge leere und halbleere Regale\/Schrankteile ang\u00e4hnen, die auf unsere Umzugslieferung warten. Wann die bei uns eintrifft, erfahren wir irgendwann in der n\u00e4chsten Zeit. Abgeholt in Deutschland werden unsere Sachen diese Woche, wurde uns versichert. Wir sind gespannt.<\/p>\n<p>Wir hatten innerhalb der letzten drei Wochen gut Zeit, uns hier einzuleben. In unserer Reihenhaussiedlung gibt es einen Minisupermarkt und ein sogenanntes Clubareal, was einen Tennisplatz, ein Fitness-Studio und ein Swimmingpoolareal umfasst. Die Nutzung ist quasi in der Miete mit enthalten. Wie scheinbar auch die Tageszeitung, die jeden Morgen vor der T\u00fcre liegt. Das komplette Gulf News Packet. Da das Leitungswasser wie fast \u00fcberall auf der Welt kein Trinkwasser ist, funktioniert die Hauptversorgung mit Trinkwasser hier etwas anders, wenn man es bestellt. Der f\u00fcr uns zust\u00e4ndige Trinkwasserlieferant hat uns einen Wasserspender, zwei daf\u00fcr vorgesehe 5 Galonen Wasserbottiche (ca. 19 Liter) und ein Gutscheinheft verkauft. Wenn die Wasserbeh\u00e4lter alle sind, stellt man sie fr\u00fch am morgen einfach direkt vor die T\u00fcr und klemmt die Anzahl Gutscheine hinein, f\u00fcr die man Nachschub haben m\u00f6chte. Kurz darauf kommt jemand vorbei und tauscht aus. Sind die Gutscheine alle, legt man das Geld f\u00fcr ein neues Heftchen mit dazu. In Deutschland undenkbar, hier enorm praktisch. Und kein Wasserflaschenschleppen mehr, auch viel weniger M\u00fcll.<\/p>\n<p>Wenn man hier hinter dem Haus im Garten sitzt oder durch die Siedlung spaziert, k\u00f6nnte man glatt vergessen, dass man sich mitten in der W\u00fcste befindet. Alles ist begr\u00fcnt, viele B\u00e4ume und bunt bl\u00fchende Pflanzen \u00fcberall. Die Au\u00dfenanlagen sind top gepflegt. Eine Menge Singv\u00f6gel und Sittiche spektakeln herum, von dem Flughafen genau nebenan bekommt man aufgrund des physikalischen Verhaltens von Schallwellen in Zusammenhang mit Flugzeugh\u00f6he\/-richtung kaum etwas mit. Die Moschee in der N\u00e4he gibt durch die Gebetsrufe angenehme Hintergrundstimmung und eine gute Tagesstrukturierung vor. Gerade im Moment w\u00e4hrend des Ramadan ist es gut, wenn man abends den Muezzin rufen h\u00f6rt, damit man genau wei\u00df, wann Sonnenuntergang ist und Trinken, Essen und Rauchen in der \u00d6ffentlichkeit wieder gestattet sind. Es ist eine friedliche Gegend. Ein angenehmes Wohnklima. Unsere Spanische Nachbarfamilie haben wir auch schon kennen gelernt, sehr nette und hilfsbereite Menschen. Wir f\u00fchlen uns wohl hier. Endlich wieder ein sch\u00f6nes zu Hause zu haben, ist etwas wundervolles. Und dass es sch\u00f6n ist, daf\u00fcr haben wir gesorgt!<\/p>\n<p>In diesem Sinne noch einen sch\u00f6nen Tag!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/avatarK.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-237 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/arsnecopinata.de\/Wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/avatarK-150x150.jpg\" alt=\"avatarK\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor vier Wochen ging es um die Wurst. Unser Geldtransfer f\u00fcr die Jahresmiete dauerte ein paar Tage, sodass uns die n\u00e4chste Villa durch die Lappen ging. 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